Fenster und Außentüren

Alte Fenster und Außentüren führen zu hohen Energieverlusten und oft auch einem unbehaglichen Wohnklima. Bei tiefen Außentemperaturen kühlen die Scheiben ab (Eisblumen) und entziehen den Wohnräumen einseitig Wärmestrahlung. Auch bei abgedichteten Fugen sammelt sich an der Scheibeninnenseite kühle Luft, oft die Ursache unangenehmer Zuglufterscheinungen im Raum.

Durch die Sanierung oder Erneuerung unzureichender Fenster und Türen mit energiesparenden Wärmeschutzverglasungen, Rahmenmaterialien und Dichtungen werden die Energieverluste erheblich verringert, der Schallschutz verbessert und die Wohnbehaglichkeit erhöht.


Sonneneinstrahlung:

 

 

Wärmeabstrahlung :


Wärmeschutz
Die Förderrichtlinien schreiben derzeit für Fenster einen "Wärmedurchgangskoeffizienten" von zumindest U= 1,2 W/m²K (Einzelbauteilförderung) vor. Standardverglasungen weisen bereits einen U-Wert von 1,0 W/m²K auf, Spezialausführungen können auch einen U-Wert von 0,5 W/m²K erreichen. Beachten Sie beim Fensterkauf, dass der U-Wert des Rahmenmaterials meist schlechter ist als der Verglasungs-U-Wert. U-Werte von Fensterrahmen reichen von 1,2 bis 1,5 W/m²K (Standard-Rahmen) bis hin zu 0,7 W/m²K (hochgedämmte Rahmen). Entscheidend ist der U-Wert des gesamten Fensters (Uw = Ug (Glas) + Uf (Rahmen)). Für einen guten gesamten U-Wert ist auch der Energiedurchlassgrad (g-Wert) der Verglasung entscheidend. Dieser Wert beschreibt, wieviel Strahlung und damit Sonnenenergie das Glas in den Raum hineinlässt und sollte über 50 % liegen.

Die Verglasung

 

Zweischeiben-Isolierglas
Isolierglas gibt es als Zwei- oder Dreischeiben-Isolierglas (ohne Gasfüllung und metallbedampfung bis 1990). Die Scheiben sind über einen Aluminium-Randverbund miteinander verbunden. Eine Zweischeiben-Isolierverglasung (Glas-U-Wert 2,9 bis 3,1 W/m²K) ist heute bereits durch die Wärmeschutzverglasung "überholt" und darf im Neubau nicht mehr eingesetzt werden.

 

Zweischeiben-Wärmeschutzglas
Stand der Technik ist ein Wärmeschutzglas (Glas-U-Wert 1,1 W/m²K), das sich auch in vorhandene Fensterrahmen einbauen lässt. Die Dämmeigenschaften sind gegenüber Isolierglas um 50 bis 60 % verbessert. Dafür sorgen eine Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum, eine dünne, nicht sichtbare Metallbedampfung der raumseitigen Scheibe im Zwischenraum und das Material (Edelstahl und Kunststoff) des Abstandhalters.

 

Dreischeiben-Wärmeschutzglas
Diese Glasart wird immer öfter verwendet und bietet mit U-Werten von 0,5 bis 0,7 W/m²K den heute besten Wärmeschutz unter allen Verglasungsarten. Die Dämmwirkung wird durch die dritte Scheibe, eine Metallbedampfung auf zwei Scheibenoberflächen und eine Edelgasfüllung (Argon, Krypton) erreicht. Ein Spezial-Randverbund reduziert die Wärmebrücken (z.B.: Edelstahl oder Hochleistungs-Kunststoff).

 

Rahmenmaterial
Das Rahmenmaterial (15 bis 35 % der Fensteröffnung) ist mitentscheidend für die Energieeinsparung. Holzrahmen weisen zumeist die besten Dämmeigenschaften auf. Es gibt sie auch mit einer äußeren Aluminiumverkleidung als Witterungsschutz. Für Kunststoffrahmen wird meistens Hart-PVC, aber auch Hart-Polyurethan eingesetzt. PVC ist ein Endprodukt der Chlorchemie und sollte aus Umweltschutzgründen begrenzt eingesetzt werden. Bei Metallrahmen (Aluminium, Stahl) hat sich die Dämmqualität in den letzten Jahren deutlich verbessert, erreicht jedoch nicht die Werte von Holz- oder Kunststoffrahmen.

 

Beschläge und Fensteröffnungsarten
Grundsätzlich gilt, je weniger Funktionen die Beschläge auszuführen haben, um so höher ist ihre Wartungsfreiheit und die Fugendichtigkeit. Beschläge gehören auch regelmäßig gewartet und neu eingestellt.

 

Sanierung vorhandener Fenster
Ist die Substanz der vorhandenen Rahmen noch gut, kann sich eine Sanierung lohnen. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Sanierungsmöglichkeiten:

  • Fugendichtigkeit verbessern
    Dichtungsmaterialien werden angebracht. Eine dauerhafte, wenn auch kostenintensive Lösung ist das Einfräsen elastischer Dichtungsbänder (Lippenprofil aus Silikonkautschuk) in den Flügelrahmen. Die Haltbarkeit beträgt 5 - 10 Jahre.

    Beachten Sie aber, dass bei Räumen mit Feuerstellen gewährleistet sein muss, dass nach der Fugendichtung noch genügend Verbrennungsluft in die Räume gelangt.
  • Wärmeschutzverglasung in bestehenden Rahmen
    Die vorhandene Verglasung wird durch ein Wärmeschutzglas ausgetauscht. Die Wärmeverluste über die Scheibe können um bis zu 70% zurückgehen. Die Kosten liegen etwa 30% niedriger als der Einbau neuer Fenster.

 

Richtige Fenstermontage (ÖNORM B 5320)
Beim Einbau von Fenstern sind unter anderem aus bauphysikalischen Gründen zwei Abdichtungsebenen sinnvoll, nämlich

  • eine äußere zur Sicherstellung der Schlagregendichtheit und
  • eine innere, um zu vermeiden, dass feuchte Raumluft bis an die kalten Anschlussbauteile gelangen kann.

- Achten Sie darauf, dass die Anschlussfugen zwischen Fenster und angrenzendem Bauwerk gedämmt und winddicht verschlossen sind (ÖNORM Montage)
- und die Wärmedämmung den Fensterstock mind. 3 cm überdeckt


Außentüren
Hauseingangstüren stellen einen Teil der Gebäudehülle dar und müssen daher neben dem Einbruchs- und Schallschutz auch den Witterungs- und Wärmeschutz erfüllen. Der bei Türen zu erzielende Wärmeschutz ist weitgehend vom Material des Rahmens und Blattes, deren Dicke und der Dichtheit der Anschluss- und Bewegungsfugen abhängig. Bei Türen an windigen Stellen kann ein Windfang eingeplant oder nachträglich eingebaut werden. Bodendichtungen (Hohl- und Bürstenprofile) sowie Dichtungsbänder und -leisten bieten auch nachträglich noch gute Möglichkeiten, die Tür abzudichten.

Seitenanfang