Heizen mit Biomasse
Viele Gründe sprechen für das Heizen mit Biomasse. Biomasse ist ein umweltfreundlicher, CO2-neutraler, heimischer Brennstoff und hilft, den Treibhauseffekt zu vermindern. Egal für welchen Brennstoff Sie sich entscheiden ob Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets oder ob Sie einen Anschluss an eine Biomasse-Nahwärmeanlage überlegen - mit modernen Biomasse-Heizanlagen ist komfortables Heizen möglich. Zudem gibt es attraktive Förderungen.
Scheitholz - Hackgut - Pellets
Grundlagen der Holzverbrennung
Holz enthält neben Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff auch unterschiedlich viel Wasser. Als Maß für die Feuchtigkeit wird der Wassergehalt (bezogen auf die Gesamtmasse) bzw. die Holzfeuchte (bezogen auf die Trockensubstanz) verwendet.
Je mehr Wasser im Holz enthalten ist, umso geringer ist sein Heizwert. Der durchschnittliche Heizwert für alle Holzarten beträgt ca. 4 kWh pro Kilogramm trockenes Holz. Lufttrockenes Holz, wie für die meisten Holzfeuerungen benötigt, erfordert eine mindestens einjährige Lagerung unter Dach bei Hackschnitzel bzw. eine zweijährige Lagerung bei Stückholz.
Zur Holzverbrennung werden hohe Temperaturen benötigt. Merkmale guter Holzfeuerungen sind:
- einstellbare Primärluft in die Glutzone
- Sekundärluft in die Flammenzone
- ungekühlte Glut und Flamme
- stufenlose Heizleistungsanpassung
Nach dem vollständigen Ausbrand kann das Abgas stark gekühlt werden, um Abgasverluste zu minimieren. Ein guter Wärmeaustausch führt zu Druckverlust, so dass oft ein Gebläse eingebaut wird.
Holzfeuerungssysteme
Holz-Pelletsfeuerung
Pellets aus gepresstem, naturbelassenem Holz sind ein hochwertiger Brennstoff für automatisch beschickte Holzfeuerungen. Da Holzpelletsanlagen auch im kleinen Leistungsbereich erhältlich sind, eignen sie sich sehr gut für moderne Niedrigenergiehäuser.
Pellets benötigen gegenüber einer Hackschnitzelheizung nur etwa ein Viertel des Lagervolumens, in jedem Einfamilienhaus findet sich üblicherweise genügend Lagerplatz für den Brennstoffbedarf eines Jahres. Die Zustellung der Pellets erfolgt in der Regel mit einem Tankwagen, die Pellets werden direkt in den Lagerraum eingeblasen.
Hackschnitzelheizung
Die Verfeuerung von Holz in Form von Hackschnitzel passiert durch automatische Zuführung des Brennstoffs aus einem Vorratsbehälter mittels Förderschnecke. Die Verbrennung erfolgt entweder "vor dem Kessel" (Vorofenfeuerung: die Hackschnitzel werden unter gleichzeitiger Luftbeimischung im Vorofen verbrannt) oder im bzw. "unter dem Kessel" (Unterschub- oder Retortenfeuerung). Das Teillastverhalten ist gut, ein Speicher entfällt. Die regulierbare Transportschnecke ermöglicht eine leistungsgerechte Förderung des Brennstoffs in die Feuermulde des Kessels. Das Lager wird meist so dimensioniert, dass mit dem Inhalt die Versorgung für 2 bis 8 Wochen gesichert ist.
Holzvergaserkessel
Holzvergaserkessel (auch Gebläse-, Vergaser-, oder Turbokessel) in Kombination mit einem Pufferspeicher gewährleisten einen hohen Bedienungskomfort, eine sehr gute Leistungsanpassung ist möglich. Voraussetzungen sind großes Füllraumvolumen, trockenes Holz und ein Pufferspeicher mit mindestens 10-fachem Inhalt (in Liter Wasser) des Füllraumes im Heizkessel. Die Ausstattung mit einer Lambdasonde für die vollständige Verbrennung bei verschiedenen Lastfällen ist heute Stand der Technik. Dadurch kann die Energieausnutzung des Brennholzes optimiert und ein sehr hoher Komfort erreicht werden.
Stückholzkessel
Händisch beschickte Stückholzkessel sollten, um die Verbrennungsqualität zu verbessern, möglichst mit Volllast betrieben und ein Pufferspeicher eingesetzt werden.
Tischherde
Auch Holzkochherde (Tischherde) können zu einem vollwertigen Heizsystem in attraktivem Design mit Speicher und Wassererwärmer ausgebaut werden. Es muss jedoch eine hohe Verbrennungsqualität mit niedrigen Emissionen gewährleistet sein.
Kachelofen
Eine Kombination von schadstoffarmer Feuerung und Behaglichkeit stellt der altbewährte Kachelofen dar. Er hat die gewünschte heiße Brennkammer, allerdings auch hohe Abgastemperaturen. Auch verschiedene Systeme einer Kachelofen-Ganzhausheizung sind am Markt erhältlich (z.B. Wärmetauscher entweder im Heizgasstrom, im Warmluftstrom oder im keramischen Speicher angeordnet, System bestehend aus Kachelofen, Solaranlage, Pufferspeicher und Strahlungsflächen).
Einzelraumheizungen
Hierzu zählen Öfen, offene Kamine, Kaminöfen etc. Es ist zu beachten, dass der Raum durch den Kamin ständig warme Luft verliert, wenn der Ofen nicht betrieben wird. Ausreichende Luftzufuhr ist für eine gute Verbrennung erforderlich.
Typenprüfung und wiederkehrende Überprüfung von Heizungsanlagen
Heizungsanlagen dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie die Emissionsgrenzwerte lt. Oö. Luftreinhalte- & Energietechnikgesetz erfüllen (Abnahmebefund) und an der Feuerstätte ein Typenschild angebracht ist.
Für Feuerungsanlagen bis 15 kW ist eine wiederkehrende Überprüfung alle 3 Jahre auf Sicherheitsvorschriften vorgesehen (Prüfbericht).
Daneben enthält die Oö. Heizungsanlagen- und Brennstoffverordnung (Oö. HaBV 2005) auch einige Vereinfachungen bezüglich Aufstellungen von Biomasse-Heizanlagen (Feuerungsanlagen bis 15 kW dürfen z.B. unter bestimmten Voraussetzungen auch außerhalb vom Heizraum in einem Aufstellungsraum betrieben werden) und Lagerung von Biomasse-Brennstoffen (bestimmte Mengen dürfen auch im Heiz-/Aufstellungsraum gelagert werden).


