Fachbegriffe
Annuitätenzuschuss
Zuschuss zu den Rückzahlraten und den Zinsen für einen Kredit.
Aperturfläche
Solare Eintrittsfläche eines Sonnenkollektors (ohne Rahmenfläche), Förderkriterium.
g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad)
Der g-Wert von Fensterverglasungen gibt an, wie viel der auf das Fensterglas auftreffenden Sonnenstrahlung in den Wohnbereich eindringen kann. Bei einer handelsüblichen 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ist der g-Wert ca. 60 %.
Graue Energie
Graue Energie ist jene Energie, die zur Herstellung, zum Transport und zur Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung erforderlich ist. Graue Energie begegnet uns in allen Produkten des Alltags, von der Nahrung, den Verpackungsmaterialien, den Elektrogeräten im Haushalt bis zum Haus, in dem wir wohnen.
Jahresarbeitszahl / Leistungszahl
Um die Effizienz einer Wärmpumpe zu bestimmen, verwendet man Leistungs- und Arbeitszahl. Die Leistungszahl gibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu der dafür erforderlichen elektrischen Leistung an. Die Arbeitszahl bezeichnet hingegen das Verhältnis von abgegebener Wärmemenge zu eingesetzter Energiemenge. Während die Leistungsziffer eine Momentaufnahme (Leistung) darstellt, gibt die Arbeitszahl den Mittelwert, der über einen längeren Zeitraum festgestellten Leistungsziffern an und gibt als Jahresarbeitszahl eine genauere Aussage über die Effizienz der Wärmepumpe.
Kilowattstunde (kWh)
Energieeinheit; mit 1 kWh kann z.B. eine 100-Watt-Glühbirne 10 Stunden brennen oder 30 Liter Wasser von 8° auf 37° C erwärmt werden.
Luftdichtheitsmessung
Eine luftdichte Gebäudehülle ist eine Grundvoraussetzung energiesparenden Bauens. Eine Luftdichtheitsmessung (auch bekannt unter der Firmenbezeichnung "Blower-Door-Test") dient zur Feststellung der Luftdichtheit der Gebäudehülle. Sobald die Dampfbremse aufgebracht und das Haus verputzt ist, wird in der Haustüröffnung ein Ventilator angebracht und Luft aus dem Haus gesogen. Zur Bewertung der Dichtheit der Gebäudehülle wird die Menge der durch Fugen und Ritzen nachströmenden Luft gemessen. Die Luftmenge wird auf das Raumvolumen bezogen.
Entsprechend der Oö. Bautechnikverordnung darf der nL50-Wert maximal 3 erreichen (= 3-facher Luftwechsel pro Stunde). Bei Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung darf der nL50-Wert nicht mehr als 1,5 betragen, bei Passivhäusern muss er deutlich unter 1,0 (angestrebt werden 0,6) liegen.
(Relative) Luftfeuchtigkeit
Die Luft nimmt - abhängig von der Temperatur - nur eine bestimme Menge an Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf auf. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Wird feuchte, warme Luft abgekühlt, so steigt die relative Luftfeuchtigkeit bis zur Sättigung (100 %) an. Kühlt sich die Luft weiter ab, so wird Wasserdampf ausgeschieden. Im Freien entsteht Nebel, in Wohnräumen passiert die Abkühlung der Raumluft in Raumecken und an Wärmebrücken mit der Folge von Kondenswasser (Schwitzwasser) und Schimmelbildung. Richtiges Lüften kann mithelfen, das zu verhindern.
Nutzheiz-Energiekennzahl
Die Nutzheiz-Energiekennzahl (NEZ) ist eine Art "Normenergieverbrauch" in Heizenergie pro Quadratmeter wie es auch beim PKW mit der Angabe des Treibstoffverbrauches in Litern pro 100 km üblich ist und bewertet den Energiebedarf zur Raumheizung.
Passivhaus / Niedrigstenergiehaus / Niedrigenergiehaus
In Oberösterreich gesetzlich definierter Energiestandard für Eigenheime. Maß ist die Energiekennzahl von 10 kWh/m²a (Passivhaus), 30 kWh/m²a (Niedrigstenergiehaus) bzw. 45 kWh/m²a (Niedrigenergiehaus). Stand 2009
Typenprüfung / wiederkehrende Prüfung
Das neue Oö. Luftreinhalte- und Energietechnikgesetz 2002 u. Oö. HaBV 2005 (Oö. Heizungsanlagen- & Brennstoffverordnung) sieht für jede neu errichtete oder wesentlich geänderte Feuerungsanlage vor der erstmaligen Inbetriebnahme eine Überprüfung vor (Typenprüfung - eine Art Pickerl für die Heizung). Darüber muss ein Abnahmebefund erstellt werden. Dies gilt auch, wenn die Heizungsanlage länger als ein Jahr stillgelegt war (bei Heizungsanlagen unter 50 kW länger als 3 Jahre). Feuerungsanlagen müssen nicht nur vor der erstmaligen Inbetriebnahme, sondern auch laufend im Betrieb überprüft werden.
Folgende Überprüfungspflichten sind vorgesehen:
- bis zu 15 kW - alle 3 Jahre auf Sicherheitsvorschriften
- über 15 kW bis 50 kW - alle 2 Jahre auf Sicherheits- und Umweltvorschriften
- über 50 kW - jährlich auf Sicherheits- und Umweltvorschriften
Das Ergebnis der Überprüfung ist in einem Prüfbericht festzuhalten und vom Betreiber der Feuerungsanlage bis zur nächsten Überprüfung aufzubewahren sowie auf Verlangen vorzulegen.
Wasserdampfdiffusion / Diffusionswiderstand (µ - Wert) / Dampfbremse
Luftfeuchtigkeit durchdringt Baukonstruktionen in der Regel von der warmen zur kalten Seite - dies wird als Wasserdampfdiffusion (µ - Wert, sprich: mü-Wert) bezeichnet. Zwischen Bereichen unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit findet ein Luftfeuchtigkeitsausgleich statt. Der Diffusionswiderstand ist ein Materialkennwert, der angibt, um wieviel mal größer der Luftfeuchtigkeitstransport im Vergleich zu einer gleich dicken Luftschicht ist. Dampfbremsen vermindern den Eintritt von Luftfeuchtigkeit in die Konstruktion, diffusionsoffene Folien lassen die Luftfeuchtigkeit nahezu ungehindert durch.
Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert in W/m²K)
Der U-Wert ist ein Maß für den Wärmeverlust durch eine Bauteilkonstruktion. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmungswirkung und umso geringer der Energieverbrauch.
| Gleiche Dämmwirkung wie 10 cm Wärmedämmung erreichen:
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Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert)
Die eigentliche Funktion des Dämmstoffes, die Wärmeverluste zu reduzieren, wird mit der Wärmeleitzahl Lambda (λ -Wert, sprich: Lambda-Wert) beurteilt. Je kleiner der λ -Wert, umso besser die Dämmwirkung. Schlechtere λ -Werte können aber durch höhere Dämmstoffstärken ausgeglichen werden. Die Wärmeleitfähigkeit üblicher Dämmmaterialien liegt in der Regel zwischen 0,035 und 0,045 W/mK, Stahlbeton hat im Gegensatz dazu einen λ -Wert von 2,3.

