Feuchte Mauern

Bei Feuchtigkeit im und am Haus sollten Sie rasch handeln, da Feuchtigkeit einerseits eine Gefahr für die Bausubstanz darstellt und zu ernsten Bauschäden führen bzw. andererseits auch für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner/innen nachteilig sein kann. Wichtig ist zunächst, die Ursache der Feuchtigkeit festzustellen:


 

Baufeuchte

Die Verarbeitung der meisten Baustoffe (z.B. Gips, Mörtel, Beton) erfordert erhebliche Mengen an Wasser. Das gebundene Wasser trocknet erst über einen längeren Zeitraum aus. Eine sehr rasche Bauweise verhindert aber das Austrocknen der Wände und Decken vor dem Bezug des Hauses. Das Trocknen des Gebäudes muss daher von den Bewohnern übernommen werden. Die noch im Gebäude vorhandene Feuchtigkeit kann entweder vor Bezug des Hauses mit Entfeuchtungsgeräten oder nach dem Bezug durch erhöhte Beheizung und Lüftung der Räume abtransportiert werden.


 

Luftfeuchtigkeit von innen

In einem von vier Personen bewohnten Einfamilienhaus fallen täglich bis zu 10 Liter Wasser als Wasserdampf an (Duschen/Baden, Kochen, Wäsche trocknen etc.). Bei ungenügender Entlüftung der Räume können dadurch hohe Feuchtigkeitskonzentrationen auftreten. Ausreichendes und richtiges Lüften der Räume ist daher eine Grundvoraussetzung, um Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung zu vermeiden (siehe Infoblatt "Richtig Lüften").


 

Nässe von innen

Vor allem durch Rohrbrüche bzw. in Nassräumen durch Spritzwasser ausgelöst.


 

Nässe von außen

Die umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen erfordert Nässe, die von außen in das Gebäude eindringt. Die Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden durch aufsteigende Feuchtigkeit (Grundwasser, Bodenfeuchte), seitliche Feuchtigkeit (Hangwasser, Sickerwasser) oder Oberflächenwasser (Witterungseinflüsse) ist daher ein wesentlicher Teil der Baukonstruktion. Vor allem bei älteren Objekten ist oft eine nachträgliche Feuchtigkeitssanierung erforderlich.


 

Seitliche Feuchtigkeit

Um seitlich eindringende Feuchtigkeit zu verhindern, hilft in den meisten Fällen eine gute Vertikalabdichtung mit einer richtig angelegten Drainage. Dabei wird das Mauerwerk bis zur Fundamentunterkante freigelegt. Das Fundament sollte wenn möglich einige Monate offen bleiben, um austrocknen zu können. Verlegen Sie dann ein Drainagerohr mit etwas Gefälle in einem Schotterbett. Das Fundament selbst wird vertikal mit einer Folie gegen Feuchtigkeit geschützt. Achten SIe darauf, dass keine Feuchtigkeit durch ablaufendes Wasser hinter die Folie gelangen kann.

 

Aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Bodenfeuchtigkeit ist meist dadurch gekennzeichnet, dass nur bis zu einer gewissen Höhe Feuchtigkeit sichtbar ist. Salze, die mit der Feuchtigkeit nach oben transportiert werden, machen die Schäden dann deutlich. Salze kristallisieren an der Oberfläche aus, Putze halten nicht mehr. Eine nachträgliche Sanierung ist auf folgende Art und Weise möglich:

  • Händisches Ausmauern:
    Das Mauerwerk wird abschnittsweise ersetzt und neu ausgemauert. Dabei wird eine Dichtungsbahn mit eingebracht. Diese Methode ist sehr wirksam, allerdings auch sehr arbeitsaufwändig.
  • Metallblech-Verfahren:
    In Mörtelfugen wird rostfreies Metallblech "eingeschossen". Diese sehr wirksame Methode ist allerdings nur bei durchgehenden Mauerfugen anwendbar und bei alten Steinmauern problematisch.
  • Injektionsmethode:
    In kleinen Abständen werden Bohrlöcher ins Mauerwerk gebohrt und in diese Löcher ein bestimmtes Injektionsmaterial eingebracht (z.B. Kunststoffe, Silikone, Harze). Bei altem Mischmauerwerk mit großen Hohlräumen und Fugen ist darauf zu achten, dass das eingebrachte Mittel nicht durch Ritzen abfließt.
  • "Osmose-Verfahren":
    Bei dieser elektrophysikalischen Methode sollen durch das Anlegen einer Spannung bzw. durch Funkwellen, die ein elektromagnetisches Feld aufbauen, die Flüssigkeitsteilchen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Dadurch soll die Ionenwanderung der Wassermoleküle und der damit aufsteigende Feuchtigkeitsstrom verhindert werden.

 

Häufig bringt eine Vertikalabdichtung mit einer sorgfältig angelegten Drainage zur Beseitigung der seitlichen Feuchtigkeit auch bei aufsteigender Feuchtigkeit Abhilfe.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen sollte eine oberflächliche Sanierung der betroffenen Stellen erfolgen. Der feuchte Putz muss dabei gründlich und ausreichend weit über die "sichtbar nassen" Stellen hinaus entfernt werden. Idealerweise wartet man einige Monate mit dem Neuverputz, um dem Mauerwerk Zeit zum Austrocknen zu geben.

Wurde die Ursache der Feuchtigkeit durch eine der oben beschriebenen Maßnahmen behoben, kann mit einem "Sanierputz" neu verputzt werden. Sanierputze verfügen über eine gute Dampfdurchlässigkeit, binden Salze und sind daher robuster gegen Feuchtigkeit als herkömmliche Putze. Als Anstriche verwenden Sie am besten mineralische Kalk- und Silikatfarben. Leim-, Kasein, oder Dispersionsfarben sollten bei Feuchtigkeitsproblemen nicht verwendet werden.

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