Ökologische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

 

Ökologische Dämmstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, sollten aus Umweltschutzgründen bevorzugt eingesetzt werden. Es gibt eine Reihe von Dämmstoffen, die ökologischen Kriterien entsprechen, d.h. die Umweltbelastung und der Energiebedarf bei der Herstellung sind gering, keine gesundheitliche Beeinträchtigung bei der Nutzung, die Entsorgung ist unproblematisch bzw. eine Wiederverwendbarkeit ist gegeben.


Neben den Materialeigenschaften (z.B. diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend), ist beim Vergleich von Dämmstoffen auch die Wärmeleitfähigkeit ein wichtiges Kriterium. Je kleiner die Wärmeleitzahl Lambda ( - in W/mK) ist, umso besser ist die Dämmwirkung. Schlechtere Lambda-Werte können durch höhere Dämmstoffstärken ausgeglichen werden. Die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) der folgenden ökologischen Dämmstoffe liegt in der Regel zwischen 0,04 und 0,045 W/mK.


Schafwolle

Durch die natürliche Kräuselung, die hohe Elastizität und das feuchtedynamische Verhalten unterscheidet sich Schafwolle von anderen Faserdämmstoffen. Schafwolle nimmt bis zu 30 Gewichtsprozent an Feuchtigkeit auf, ohne dass sich die Wärmeleitfähigkeit verändert. Die Entzündungstemperatur liegt bei 500 - 600 Grad, wobei die Wolle nicht schmilzt, sondern nur Asche bildet.Schafwolle kann als Wärmedämmung von Wänden, Dächern und Decken sowie von Luftkanälen und Heizungsrohren eingesetzt werden. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei ca. 0,04 W/mK.


Flachs

Dämmstoffe aus Flachs (und auch aus Hanf) besitzen eine hohe Formbeständigkeit, sie schrumpfen nicht im eingebauten Zustand. Durch natürliche Bitterstoffe sind die Dämmstoffe von Natur aus resistent gegen Schädlingsbefall durch Insekten oder Nagetiere. Die Flachskurzfaser wird mechanisch verfilzt. Unter Verwendung von Klebern (z.B. Kartoffelstärke) oder mit Vliesbildnern (Kunststofffasern) werden die Kurzfasern geschichtet und zu unterschiedlich starken Dämmstoffmatten verarbeitet. Zum Einsatz kommt Flachs im Wand-, Decken- und Dachbereich.


Hanf

Bei der Herstellung von Dämmplatten und Filzen werden Hanf- und Flachsfasern zum Teil miteinander vermischt. Das Hanfstroh wird in Fasern und Schäben (Bruchstücke der Stängelrinde) getrennt. Aus Fasern werden Dämmvliese, die im Wand-, Decken- und Dachbereich eingesetzt werden, hergestellt. Schäben werden vorwiegend als Dämm- und Ausgleichschüttungen für Fußböden und Deckeneingesetzt. Hanf ist von Natur aus, wie Flachs, resistent gegen Schädlingsbefall.


Kork

Kork kommt vor allem aus den Korkeichenwälder im Mittelmehrraum. Alle 9 bis 10 Jahre lässt sich die Korkeiche schälen, ohne dass der Baum dabei Schaden nimmt. Die Herstellung von Kork erfolgt durch Mahlen von geschälter Korkrinde zu Granulat, das mit Heißdampf behandelt wird. Durch Expansion des Granulates und Bindung durch die korkeigenen Harze entstehen Blöcke, die nach einer Ablüftzeit zu Platten geschnitten werden.


Stroh

Stroh hat eine hohe Wärmedämmqualität, der Aufwand für den Einbau bei der vorgefertigten Bauweise ist mit konventionellen Dämmstoffen vergleichbar. Stroh ist außerdem regional verfügbar und kostengünstig. Schimmelbildung ist bei fachgerechter Konstruktion nicht gegeben. Das Brandverhalten und die Setzung im Bauteil ist mit anderen Dämmstoffen vergleichbar. Der Lambda- Wert liegt im Bereich von 0,045 bis 0,08, abhängig von stehendem oder liegende Einbau.


Holzfaserdämmplatten

Holzfaserdämmplatten werden aus Schwach- und Resthölzern von Fichten oder Kiefern erzeugt. Holz und Holzwerkstoffe sind bauphysikalisch hochwertige Produkte, die bei entsprechender Nutzung praktisch unbegrenzt verfügbar sind. Die Einsatzmöglichkeiten von Holzfaserdämmplatten sind sehr vielfältig und reichen von der Fußbodendämmung über Vollwärmeschutz bis zur Aufsparrendämmung. Dank der guten Wärmespeicherung bieten Holzfaserdämmplatten auch einen hervorragenden Schutz gegen sommerliche Überhitzung.

Zellulose

Zellulose ist mit Flammschutzmittel vermischtes Altpapier und wird als Schüttung oder auch eingeblasen verwendet. Hauptanwendungsgebiete für Zellulose sind die Dämmung von Dachschrägen und Wänden im Leichtbau. Beim Einblasen sollte jedenfalls darauf geachtet werden, dass das Material auch in die letzten Ecken kommt. Insbesondere bei stark verschnittenen Dachflächen empfiehlt es sich, die vollständige Füllung mittels Kontrollöffnungen zu prüfen. Zellulose ist auch in Plattenform lieferbar. Eine Verarbeitung durch einen lizenzierten Fachbetrieb ist unbedingt empfehlenswert, da das richtige Einblasen von grundlegender Bedeutung für die Dämmwirkung ist.

Förderung von ökologischen Dämmstoffen:

  • werden beim Neubau von Eigenheimen, Reihenhäusern oder Doppelhäusern, ökologische Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, so erhöht sich das geförderte Wohnbau-Darlehen um 8.000 €; bei der Sanierung von Häusern bis zu 3 Wohnungen um 3.000 €
  • dabei müssen sämtliche Außenbauteile (Außenwand, oberste Decke/Dach, Kellerdecke, erdanliegende Böden - ausgenommen erdberührende Dämmung) zu 100 % mit nachwachsenden ökologischen Dämmstoffen versehen werden. Zusätze gegen Feuer, Wasser und Schädlinge sowie Stützfasern sind zulässig. Die Wärmeleitfähigkeit muss 0,06 W/mK oder kleiner sein.
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