Wintergarten
Was kann der Wintergarten?
Wintergärten sind der Traum vieler Häuslbauer. Damit der Wunsch nach "der grünen Idylle Wintergarten" aber nicht die Energiebilanz Ihres Niedrigenergiehauses verschlechtert, sollten einige grundsätzliche Hinweise berücksichtigt werden.
Ein Wintergarten ist ein Pufferraum, möglichst nach Süden ausgerichtet. Scheint im Winter die Sonne, wird die erwärmte Luft aus dem Wintergarten bewusst für die Wohnraumbelüftung eingesetzt. Statt Fenster zu öffnen, strömt dann warme Frischluft aus dem Wintergarten in den Wohnraum. Im Sommer, wenn es im Wintergarten heiß ist, bleiben die Türen zum Haus geschlossen und die Wärme wird im Wintergarten weggelüftet. So kann ein richtig geplanter und genutzter Wintergarten sich durchaus positiv auf die Energiebilanz eines Hauses auswirken.
Umgekehrt kann der Wintergarten jedoch auch zum "Energiefresser" werden. Mängel bei der Planung können sich später in Überhitzung im Sommer oder in zu tiefen Temperaturen im Winter auswirken. Und wer im Winter die Tür zum Wintergarten wegen frostempfindlicher Pflanzen offen lässt oder den Wintergarten gar heizt, braucht sich über hohe Heizkosten nicht wundern.
Eine wesentliche Voraussetzung ist, sich zunächst über die Nutzungsweise des Wintergartens klar zu werden. Betrachtet man den Wintergarten als ganzjährig genutzten Wohnraum, so wird er zwangsläufig zum Energieverschwender. Wird der Wintergarten beheizt, benötigt er mehr Energie, als durch ihn gewonnen werden kann. Sieht man hingegen den Wintergarten als Pufferraum, in dem man sich an sonnigen Tagen, wenn es draußen zu kühl ist, aufhält, kann er zur Energieeinsparung beitragen. Laut Bautechnikgesetz ist ein Wintergarten ein unbeheizbarer, belüftbarer und zum angrenzenden Raum nicht dauernd geöffneter verglaster Vorbau.
Richtige Wintergartenplanung
Um die Sonneneinstrahlung maximal nutzen zu können, sollte ein Wintergarten grundsätzlich nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet sein und im Idealfall über 2 Stockwerke reichen. Ein wichtiger Faktor ist bei einem Wintergarten natürlich die Verglasung. Eine Wärmeschutzverglasung mit möglichst niedrigem U-Wert (1,0 W/m²K) ist empfehlenswert. Schrägverglasungen und Westorientierung sollten eher vermieden werden, hier kommt es ohne Verschattung leicht zu sommerlicher Überhitzung. Etwa 10 bis 20 % der Glasfläche sollten Sie für den Sommer als Lüftungsöffnungen vorsehen. Ideal sind eine Querlüftung und Belüftungsöffnungen ganz oben und ganz unten.
Bei der Auswahl der Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass diese auch leichte Frosttemperaturen überstehen.
Auch im Fall des Wintergartens gilt: ein guter Wärmeschutz ist die wichtigste Voraussetzung für die Nutzung der Sonnenenergie. Vernachlässigen Sie daher nicht die Wärmedämmung der Außenwand zwischen Wohnung und Wintergarten. Da der Wintergarten grundsätzlich als unbeheizter Raum gilt, muss er gänzlich vom Wohnraum getrennt und die an den Wintergarten anschließende Gebäudeaußenwand genauso wie alle anderen Außenwände wärmegedämmt ausgeführt sein.
Schwere Baustoffe (z.B. Ziegel, Steine, Beton) im Wintergarten sollen die Temperaturschwankungen ausgleichen, Wärme zeitversetzt abgeben und Überhitzungen vermeiden.
In der zum Wintergarten führenden Außenwand sollten möglichst große Glasflächen vorgesehen werden, damit Sie in den dahinter liegenden Räumen noch ausreichend Tageslicht erhalten.
Passive Sonnenenergienutzung
Die Art der passiven Sonnenenergienutzung kann vom einfachen Fenster, das optimal nach Süden ausgerichtet ist, bis zum Wintergarten reichen. Um ein Fenster zu einem guten passiven "Sonnenkollektor" zu machen, müssen die folgenden Voraussetzungen eingehalten werden:
- Südorientierung der Fensterflächen
- Wärmeschutzverglasung
- Geringste Verschattung (Pflanzen, Balkone, Nachbarbebauung)
- Möglichst geringe Scheibenverschmutzung
- Keine zugezogenen Gardinen
- Flink regelbares Heizungssystem
- Ausreichende Speichermasse im Raum
- Kein übermäßiges Weglüften der Sonneneinstrahlung in der Übergangsjahreszeit
Wichtig ist dabei auch, dass für entsprechende Beschattungseinrichtungen gesorgt wird, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden.

