Warmwasserbereitung

Jederzeit warmes Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben ist heute für uns selbstverständlich. Im Gesamtenergieverbrauch eines Haushalts stellt die Warmwassererzeugung, nach der Heizung, den zweitgrößten Posten dar (Treibstoffverbrauch für Mobilität nicht mitgerechnet).

Die effizienteste und umweltfreundlichste Art der Warmwassererwärmung erfolgt während der Heizperiode mit der Heizung und im Sommer mit einer Solaranlage.

Richtwerte zum Warmwasserbedarf

Der durchschnittliche Warmwasserverbrauch (55° C) im Haushalt beträgt:

  • sparsam (nur duschen): 15 bis 25 l (ca. 1 kWh) pro Person und Tag
  • durchschnittlich (1 Vollbad pro Woche): 25 bis 45 l (ca. 2 kWh) pro Person und Tag
  • nicht sparsam (2 Vollbäder pro Woche): 50 bis 90 l (ca. 3 kWh) pro Person und Tag

Das Benutzerverhalten hat einen sehr großen Einfluss auf den Warmwasserverbrauch: duschen statt baden, niedrigere Temperaturen und Wasserspararmaturen helfen mit, den Warmwasserverbrauch zu senken.

Speichersysteme

Soll eine Badewanne mit 150 Liter Warmwasser in 10 Minuten gefüllt werden, so benötigt man eine sehr hohe Leistung (~50 kW) des Warmwasserbereiters. Sieht man jedoch einen entsprechend großen Speicher (Boiler) vor, kann die Heizleistung stark reduziert werden. Speichersysteme werden daher zur "Warmwassererwärmung auf Vorrat" eingesetzt.

Für die Dimensionierung des Speichers ist vor allem die Art der Warmwasserbereitung im Sommer von Bedeutung. Rechnet man einen durchschnittlichen täglichen Warmwasserbedarf von 50 l/Person, so ist für einen 4-Personen-Haushalt ein 200-Liter-Speicher erforderlich. Wird das Warmwasser im Sommer von einer Solaranlage erwärmt, sollte jedoch mindestens der zweifache Tagesbedarf an Speichervolumen zur Verfügung stehen, um auch einen sonnenlosen Tag zu überbrücken (mind. 400 Liter Speicher bei 4 Personen). Ein mit Nachtstrom betriebener Elektrospeicher erfordert ebenfalls eine größere Dimensionierung als ein ständig beheizter Speicher.

Angeboten werden unter anderem Registerspeicher (Rohrschlangen geben die Wärme an das umgebende Wasser ab), Pufferspeicher mit Trinkwasserbereitung, Elektrospeicher mit eingebauter E-Patrone und Wärmepumpe.

Sind die Entnahmestellen sehr weit auseinander (> 20m) oder/und wird selten Warmwasser entnommen, empfiehlt es sich, Kleinspeicher für die dezentrale Warmwasserversorgung (Küchenspüle, Handwaschbecken etc.) mit 5 oder 10 Liter Inhalt als Ober- oder Untertischspeicher vorzusehen.

Zur Vermeidung von unnötigen Speicherverlusten des Warmwasserspeichers ist ausreichende Wärmedämmung von entscheidender Bedeutung. Die Dämmstärke des Speichers soll mindestens 12 cm betragen, bei Großspeichern sind 20 cm empfehlenswert.

Durchlaufsysteme

Durchlaufsysteme erwärmen die jeweils benötigte Menge Warmwasser. Es sind hohe Wärmeleistungen erforderlich (für ein Waschbecken ~20 kW), um in kurzer Zeit ausreichend Warmwasser zu erhalten. Erhältlich sind vor allem Gas- und Elektro-Durchlauferhitzer.

Warmwasserverteilung

Bei der Verteilung des Warmwassers zu den einzelnen Entnahmestellen ergeben sich die größten Verluste der Warmwasserversorgung. Das in der Leitung zwischen Warmwasserbereitung und Verbraucher verbleibende Wasser kühlt aus und wurde daher umsonst erwärmt. Eine ausreichende Wärmedämmung der Verteilleitungen ist daher besonders wichtig. Beim Verteilungskonzept sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Standort des Warmwassererzeugers möglichst nahe an der Hauptentnahmestelle
  • Effiziente Leitungsanordnung (keine Umwege)
  • Kleinstmögliche Rohrdimensionierung
  • Ausreichende Dämmung der Leitungen (Rohrquerschnitt = Dämmstärke, mind. 20 mm)
  • Möglichst niedrige Warmwassertemperaturen: Speicher nicht über 60° C erhitzen, höhere Temperaturen fördern die Verkalkung, die Bakterien werden bereits bei ca. 60° C abgetötet
  • Kunststoffrohre anstatt Eisen-/Metallrohre
  • Zirkulationsleitung: Zirkulationsleitungen werden vor allem in größeren Gebäuden eingebaut, um lange Wartezeiten auf Warmwasser zu vermeiden. Zirkulationsleitungen müssen ausreichend gedämmt und die Zirkulationspumpe mit einer Zeitschaltung versehen sein.
    Bei Ein- und Zweifamilienwohnhäusern sind Zirkulationsleitungen in der Regel nicht erforderlich.
  • Korrosionsschutz und Verkalkung: Korrosionsschutz ist für alle warmwasserführenden Teile notwendig. Edelstahl- oder Kunststoffrohre sind heute üblicher Standard. Durch Verkalkung können Rohrleitungsquerschnitte verengt und auch der Wärmedurchgang bei Wärmetauschern stark behindert werden. Temperaturen über 60° C fördern die Verkalkung.

Energiespartipps

  • Ein Vollbad braucht dreimal so viel Energie wie Duschen.
  • Spararmaturen verringern den Warmwasserverbrauch bei gleichem Komfort.
  • Mit tropfenden Wasserhähnen werden bis zu 2.000 Liter Wasser pro Jahr vergeudet.
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