
Stadtgemeinde Freistadt
Die Stadtgemeinde Freistadt konnte durch die energetische Sanierung von Gemeindegebäuden die jährlichen Energiekosten um mehr als 24 % senken. Finanziert wurde die Sanierung durch Einspar-Contracting, wodurch die Sanierung ohne Investitionen der Gemeinde möglich wurde. Das Projekt hat aufgrund des Umfangs der Sanierungsarbeiten und des beachtlichen Einsparpotenials Pilotcharakter.
Hintergrund
Einspar-Contractingprojekt der Stadt Freistadt
Die jährlichen Energiekosten der oberösterreichischen Stadtgemeinde Freistadt lagen mit rund 269.000 € relativ hoch. Es wurde daher nach einer Möglichkeit gesucht, den Energieverbrauch - ohne Verzicht auf Komfort und ohne großen Investitionsaufwand für die Gemeinde - zu senken. Mit einem Contracting-Finanzierungsmodell gelang es, den jährlichen Energieaufwand um ein Viertel zu senken, ohne dass die Gemeinde Eigenmittel zur Verfügung stellen musste. Der Contractor übernahm die Vorfinanzierung und die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen und garantiert eine Energieeinsparung von 24 %. Mit den eingesparten Energiekosten zahlte die Gemeinde die getätigten Investitionen zurück.

Technische Aspekte
Im Rahmen einer ganzheitlichen Energieoptimierung wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:
Objekt | Wesentlichste Maßnahmen | Einsparung | Investition |
Kindergarten | - Heizungsneubau und Umstellung des Energieträgers - Einbau einer neuen Heizungsregelung - Beleuchtungsänderung in den Gruppenräumen - Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke | 70 % | 24.000 € |
Tennishalle | - Beleuchtungsoptimierung | 30 % | 17.000 € |
Hauptschule | - Austausch der Einzelraumregelung, Regelungsoptimierung - Einbau einer Kesselfolgeschaltung - Hydraulische Optimierung der Heizungsanlage - Beleuchtungsoptimierung - Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke | 21 % | 90.000 € |
Hallenbad / Freibad | - Optimierung bestehender Spitzenwächter - Optimierung der Badewasseraufbereitung und der Aufheizung - Fußbodenheizung - Erneuerung der Heizungsregelung, Kesselfolgeschaltung - Optimierung der hydraulischen Verhältnisse der - Einbau von Wärmerückgewinnung in den Lüftungsanlagen - Sanierung der Entfeuchtungsanlage und Einbau von - Wärmedämmung der obersten Geschoßdecke | 25 % | 113.000 € |
Straßenbe-leuchtung | - Beleuchtungsregelung zentral bei allen Einspeisepunkten mit | 30 % | 123.000 € |
Feuerwehrhaus | - Hydraulische und regelungstechnische Optimierung der - Optimierung von Solaranlage und Entlüftungsanlage | 24 % | 189.000 € |
Pumpstation | - Einbau eines Lastmanagementsystems - Betriebsoptimierung der Entfeuchtungsanlagen | 10 % | 14.000 € |
Gesamt |
| 24 % | 400.000 € |
Die jährlichen Energiekosten betrugen vor den Energie-Optimierungsmaßnahmen 265.000 €.
Mit einer Investition von 400.000 € wurden durch die umgesetzten Maßnahmen jährlich eine Energieeinsparung von 66.000 € erzielt. Die vom Contractor garantierte Einsparung betrug 24 %.
Das Projekt wurde vom Land Oberösterreich im Rahmen des ECIP-Energie Contracting Impuls Programm mit 3 % Zinsenzuschuss unterstützt.
Pilotprojekt Salzhof
Dass es möglich ist, auch alte Gebäude energiebewusst zu sanieren und zu betreiben, zeigt das Beispiel des Kulturzentrum Salzhof. Das Gebäude in der Altstadt von Freistadt ist historisch betrachtet eine "alte Burg", das älteste Gebäude der Stadt. Heute ist der Salzhof ein modernes Veranstaltungszentrum für gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Anlässe.
Eine 60 m² Vakuum-Solaranlage, die auf der Hofüberdachung installiert wurde, liefert Sonnenenergie, die in einem sogenannten Latentspeicherboden, anstatt in einem konventionellen Wasserpufferspeicher, gespeichert wird. Der Latentspeicherboden befindet sich im Fußbodenaufbau zwischen den Geschoßen und bildet mit dem Estrich und der Fußbodenheizung eine Einheit. Er beinhaltet eine Kalium-Chloridlösung, die sich bei 30 °C verflüssigt und dabei Wärme aufnimmt, und diese bei Absinken der Temperaturen wieder in den Raum abgibt. Bei der Planung wurde angenommen, dass ein Drittel des Jahresenergieverbrauches mit Solarenergie abgedeckt werden kann. Ein Gasbrennwertkessel liefert in der kalten Jahreszeit zusätzliche Energie für die Fußbodenheizung. Durch diese Energiesparmaßnahmen wird eine fossile Energieeinsparung von rund 35 % erreicht.
Gemeindeförderung:
Um auch die Nutzung von erneuerbarer Energie in den Privathaushalten der Stadt Freistadt zu fördern, gewährt die Stadt zusätzlich zur Landesförderung eine Gemeindeförderung für die Errichtung von Solaranlagen und Holzzentralheizungen (Pellets, Hackschnitzel)
Kontakt
Auftraggeber:
Stadtgemeinde Freistadt
Bgm. Dipl.-Kfm. Mag. Mühlbachler
A-4240 Freistadt
Hauptplatz 1
T: +43-7942-72506-0
Contractor:
MCE Building & Infrastructure Solution GmbH (vormals ABB)
Mag. Doris Caloun
A-4020 Linz
Industriezeile 42
T: +43-732-050606-3516
