Dachneubau und -ausbau
Die ausreichende Wärmedämmung nach oben (oberste Geschoßdecke bzw. Dach) ist sehr wichtig und verbessert die Energiebilanz des Hauses ganz wesentlich. Ein Dachbodenausbau ermöglicht die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Durch kompakte Bauweise und gute Wärmedämmung kann damit auch Energie gespart und der Wohnkomfort wesentlich verbessert werden.
Wärmedämmung
Achten Sie auf ausreichende Wärmedämmung im Dachbereich. Laut Oö. Bauordnung beträgt der Mindestwärmeschutz U = 0,20 W/m²K. Dieser Wert sollte aber bei modernen Niedrigenergiebauten und bei nachträglichem Dachgeschoßausbau deutlich unterschritten und U-Werte von 0,15 W/m²K angestrebt werden. Erreicht wird dieser gute Wärmeschutz durch 25 bis 35 cm Wärmedämmung.
Als Dämmstoffe eignen sich Schüttmaterialien (z.B. Perlite, Zellulose) und Platten (z.B. Schafwolle, Glas- und Steinwolle, Hanf, Flachs, Holzweichfaserplatten) gleichermaßen. Daneben sollte auf eine ausreichende Dämmung von Wänden zum unbeheizten Dachraum und zu den sogenannten Abseitenräumen geachtet werden.
Feuchtigkeitsschutz & Dichtheit
Richtig ausgeführter Feuchtigkeitsschutz (Schutz vor Kondenswasser und Schlagregen) ist gerade beim Dachgeschoßausbau sehr wichtig. Damit Bauschäden vermieden werden, sollten Dachkonstruktionen nach heutigem Stand der Technik nach außen diffusionsoffene Dachbahnen sein und nach innen über eine Dampfbremse verfügen.
Die Dampfbremse verringert den Eintritt der Raumluftfeuchte in die Konstruktion, die diffusionsoffene Unterdachbahn ermöglicht das Entweichen der in die Dämmschicht eingedrungenen Luftfeuchtigkeit nach außen. Auf eine Hinterlüftungsebene zwischen Dämmung und Unterdach sollte dann verzichtet werden. Sowohl Dampfbremse als auch die äußere Winddichtung müssen bei Stoßstellen, Anschlüssen und Durchbrüchen luftdicht verklebt werden.
Der Anschluss des Dachaufbaus an die Wand ist wegen möglicher Undichtheiten eine besonders heikle Zone. Luftdurchlässigkeit hat negative Auswirkungen auf den Wohnkomfort (es "zieht" unangenehm) und der Wärmeschutz wird stark vermindert. Ein weiteres Problem ist, dass die Luftfeuchtigkeit in der Konstruktion zu kondensieren beginnt, die Wärmedämmung und der ganze Aufbau werden feucht und Bauschäden sind die Folge. Um ein Eindringen von feuchter Luft in die Konstruktion zu verhindern, ist auf eine sorgfältige Anbringung der Dampfbremse an der Innenseite zu achten.
Dachkonstruktionen
Vollsparrendämmung ohne Hinterlüftung
Dabei wird an der Außenseite eine diffusionsoffene Folie oder Platte als Schutz gegen eindringendes Wasser angebracht. Der Diffusionswiderstand der einzelnen Schichten soll dabei unbedingt von innen nach außen abnehmen. Dadurch wird einer Durchfeuchtung der Konstruktion vorgebeugt.
Innen wird eine, an den Stößen verklebte und zu allen Anschlüssen abgedichtete, Dampfbremse angebracht, um ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Konstruktion zu verhindern. Dieser Aufbau ist heute Stand der Technik und ermöglicht höhere Dämmstärken.
Möglicher Aufbau:
- Dachlattung und Dachdeckung
- Konterlattung (Hinterlüftung)
- dampfdurchlässige (diffusionsoffene) Unterdachbahn, winddicht verlegt
- Vollschalung
- Sparren (Zangen) mit Aufdoppelung, dazwischen 26 - 30 cm Dämmung
- Dampfbremse luftdicht verlegt
- Installationsebene
- Innenverkleidung
Aufsparrendämmung
Sollen die Sparren im Raum sichtbar bleiben, wird meist eine Aufsparrendämmung gewählt.
Möglicher Aufbau:
- Dachlattung und Dacheindeckung
- Konterlattung (Hinterlüftung)
- dampfdurchlässige Unterdachbahn, winddicht verlegt
- 26 - 30 cm Dämmung
- Dampfbremse
- Vollschalung (F30)
- Sichtsparren
