Solarenergie für Betriebe
Die Einsatzgebiete der Solarthermie sind umfangreich: Sonnenenergie kann sowohl für Warmwasser als auch zur Unterstützung der Raumheizung in Wohnhäusern wie auch für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen genutzt werden. In Zukunft werden auch solare Prozesswärme und solare Kühlung eine Rolle spielen.
Thermische Solaranlagen in Hotellerie & Gastronomie
Der Warmwasserbedarf in Hotellerie, Gastronomie und auf Campingplätzen ist vor allem dann hoch, wenn auch die Sonne scheint. Daher ist besonders in dieser Branche der Einsatz von Solaranlagen sehr sinnvoll und ermöglicht eine kostensparende und umweltfreundliche Erzeugung von Warmwasser.
Solaranlagen werden aber nicht nur zur Brauchwassererwärmung, sondern auch zur Unterstützung der Raumheizung, zur Warmwasservorerwärmung für Hallenbäder und – wirtschaftlich besonders interessant – zur Schwimmbaderwärmung eingesetzt. Zudem gibt es neue Technologien zur solaren Kühlung.
Die Dimensionierung der Solaranlagen hängt vom durchschnittlichen Warmwasserverbrauch pro Gast ab (60° C):
Hotel **** | ca. 70 l/Tag |
Hotel *** | ca. 50 l/Tag |
Pension, Hotel * | ca. 30 l/Tag |
Jugendherberge | ca. 25 l/Tag |
Ferienheim | ca. 10 l/Tag |
Großanlagen zur Warmwasserbereitung mit einem solaren Jahresdeckungsgrad von 35 bis 50 % erreichen eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit. Unverglaste Kunststoffabsorber, die für die Wassererwärmung im Freibad eingesetzt werden, rechnen sich bereits innerhalb von 3 bis 5 Jahren.Mehr als 100 Beherbergungsbetriebe in Oberösterreich erzeugen bereits ihr Warmwasser mit Hilfe der Sonne. Solaranlagen leisten auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und diese Betriebe bieten ihren Gästen eine konkrete Maßnahme zur CO2 Reduktion und zeigen zukunftsorientiert, wie man erfolgreich gegen die Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern und Strom vorsorgen kann.
Thermische Solaranlagen in Gewerbe & Industrie
Die Einsatzmöglichkeiten von thermischen Solaranlagen in Gewerbe und Industrie sind vielfältig: neben Brauchwassererwärmung und teilsolarer Raumheizung besteht auch bei Niedertemperatur-Prozesswärme ein großes Potential für die Solarthermie („solare Prozesswärme“).
Unter "solarer Prozesswärme" versteht man die Nutzung thermischer Sonnenenergie in Gewerbe- und Industriegebieten zur Erzeugung von Warmwasser für Prozesswärme. Besonders interessant sind dabei Prozesse wie Trocknen, Waschen, Bleichen, Färben, Pasteurisieren sowie das Vorwärmen von Kesselwasser oder auch solares Kühlen. Diese werden in vielen Branchen benötigt, wie z.B. der Lebensmittelverarbeitung, der Textilindustrie, der chemischen und pharmazeutischen Industrie oder auch im Dienstleistungsbereich (z.B. Wäschereien).
Prozesse mit dem größten Potential für solarthermische Anwendungen:
Industriesektor | Prozess | Temperaturniveau (°C) |
|---|---|---|
Lebensmittel und Getränkeindustrie | Trocknen | 30-90 |
Textilindustrie | Waschen | 40-80 |
Maschinenindustrie | Reinigen | 40-80 |
Chemische und pharmazeutische Industrie | Kochen | 95-105 |
Alle Sektoren | Vorwärmen von Kesselwasser | 30-100 |
Solare Kühlung - Pilotprojekte
Ein neues Anwendungsgebiet der Solarthermie, das in den kommenden Jahren vor allem für Nicht-Wohngebäude zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, ist die solare Kühlung. Dabei wird die gewonnene Energie der Solaranlage mit einer thermischen Kältemaschine in Kälteenergie umgewandelt. Die Solaranlage hat in vielen Fällen eine Dreifachfunktion: Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung und Kühlung.
Im neuen Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach wurde eine der ersten solaren Kühlanlagen installiert: Die 124 m² große Solaranlage, 2 x 4.000 l Pufferspeicher und eine 30 kW Absorptionskältemaschine sorgen im Sommer für die Kühlung des Gebäudes.
Solarindustrie in OÖ
Die Produktion von Sonnenkollektoren ist in Oberösterreich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig herangewachsen. Eine Reihe von Europas führenden Solarkollektorherstellern hat ihren Produktionsstandort in Oberösterreich. Über 10 % aller in Europa im Jahr 2007 installierten Kollektoren stammen von oberösterreichischen Unternehmen!
Insgesamt produzierte Oberösterreichs Solarindustrie 2008 mit über 500 Mitarbeiter/innen mehr als 300.000 m² Sonnenkollektoren - Tendenz stark steigend! Die Exportquote der Unternehmen liegt bei über 70 %, und der Gesamtumsatz deutlich über 100 Millionen € jährlich.
Die Sonnenkollektor-Produzenten arbeiten im Ökoenergie-Cluster (www.oec.at) zusammen, dem Netzwerk der Ökoenergie-Branche in Oberösterreich, das vom O.Ö. Energiesparverband im Auftrag des Landes Oberösterreich gemanagt wird.


