Oft gestellte Fragen zum Thema Contracting

Was ist ein KMU?

Ein KMU ist ein kleines oder mittleres Unternehmen, lt. EU Definition müssen dafür alle folgenden Kriterien zutreffen:
- < 250 Beschäftigte
- Umsatz < 40 Mio Euro
- Bilanzsumme < 27 Mio Euro
- < 25 % des Kapitals in der Hand größerer Unternehmen

Infoblatt Definition KMU

 

Was bedeutet "de-minimis"?

Die ECP-Förderung gilt als "de-minimis"-Beihilfe im Sinne des Wettbewerbsrechts der Europäischen Union. Das bedeutet, dass die im Rahmen des ECP mögliche Förderung an ein Unternehmen in Kumulierung mit anderen "de-minimis"-Beihilfen, gleich welcher Art und Zielsetzung, innerhalb von drei Steuerjahren ein Subventionsäquivalent in der Höhe von 200.000 Euro nicht übersteigen darf. 

 

Ist Einspar-Contracting bei jedem Gebäude möglich?

 

Prinzipiell lassen sich in fast jedem Gebäude technisch und wirtschaftlich erschließbare Einsparpotenziale finden. Kleinere Gebäude bzw. geringe Energiekosten sind allein für ein Einspar-Contracting-Projekt wenig wirtschaftlich, hier ist ein Zusammenschluss zu einem Pool sinnvoll.

 

 

Wann ist ein Energie-Contracting-Projekt weniger sinnvoll?

 

entscheidende Faktoren sind u.a. :

• Projektgröße (ECP-Projekte Mindestinvestitionssumme von 50.000 €)

• vorhandene Investitionsmittel & Personalkapazitäten

• Know-how des Gebäudeeigentümers

• Einkaufskonditionen für Bau- und Planungsleistungen

 

 

Wie finde ich einen geeigneten Contractor?

 

z.B. in der Liste von Contractoren, die bereits geförderte Contracting- Projekte in Oberösterreich abgewickelt haben

 

 

Wer trägt welches Risiko?

 

Der Contractor trägt das technische und finanzielle Risiko der erfolgreichen Projekt- Umsetzung. Vorkehrungen im Contracting-Vertrag gegen wirtschaftliche Schwierigkeiten des Contractors.

 

 

Welche Auswirkung hat das Contracting-Projekt auf das Personal?

 

Einbindung vorhandenen Personals (z.B. Hauswart, Techniker) ist auch wichtig, um die optimale Betreuung der Anlagen vor Ort sicherzustellen. Es können sich für das Personal neue Aufgaben (z.B. wie Erhebung von Gebäudedaten, Überprüfung der jährlichen Abrechnungen) ergeben.

 

 

Wie (zeit-)aufwändig ist ein Projekt für den Contracting-Nehmer?

 

Die erfolgreiche Umsetzung hängt entscheidend von der sorgfältigen Projektvorbereitung und -entwicklung ab. Zu Beginn des Vorhabens sollten alle Beteiligten einbezogen werden. Gute Planung und klare Vorgabe der Rahmenbedingungen an den Contractor sind erforderlich.

 

 

Was ist der Unterschied zw. Anlagen-Contracting und Energielieferung?

 

Im Unterschied zu konventioneller Energielieferung kümmert sich beim Anlagen-Contracting der Contractor in der Regel um Planung, Finanzierung, Bau, Inbetriebnahme, Betrieb und Service der Anlage und übernimmt das Funktions- und Leistungsrisiko. Der Contractor investiert direkt in eine Energieanlage, die beim Contracting-Nehmer errichtet wird.

 

 

Wie werden die Referenzkosten (Baseline) ermittelt?

 

Die Basis für die Berechnung des Entgelts des Contractors bildet die „Baseline“. Um zu verhindern, dass sich Faktoren, die der Contractor nicht beeinflussen kann zu seinen Gunsten/Ungunsten auswirken, werden die Energiekosten (/-verbrauch) mit den Werten des Referenzjahres verglichen.

 

 

Ab wann profitiert der Contracting-Nehmer von den Einsparungen?

 

Je nach Vereinbarung kann der Contracting-Nehmer entweder gleich zu Projektbeginn von den niedrigeren Energiekosten profitieren (bei längerer Vertragslaufzeit) oder erst nach Vertragsende.

 

 

Wie lange ist der Contracting-Nehmer vertraglich an den Contractor gebunden?

 

Die Laufzeit beträgt im Schnitt rund 10 Jahre, kann aber auch darunter oder darüber liegen. Die ECP-Förderung berücksichtigt max. 10 Jahre.

 

Um welches Investitionsvolumen geht es?

Ein Mindestinvestitionsvolumen von 50.000 Euro wird empfohlen (ECP-Förderung), bei kleineren Projekten ev. "Pool-Bildung".

 

Welche Maßnahmen werden in Contracting-Projekten umgesetzt?

z.B: Wärmedämm-Maßnahmen, Energie-Managementsystem, effiziente Steuerungs- und Regelungskonzepte, erneuerbare Energieanlagen (v.a. Biomasse- & Solaranlagen), Tarifoptimierung, Leistungsreduktion z.B. durch Spitzenlastmanagementsysteme oder Drehzahlregelung von Pumpen, Abwärmenutzung, Energierückgewinnung, effiziente Beleuchtungstechnologie, regelmäßige Wartung und Service, Fernüberwachung der Anlagen, Benutzer/innen Schulung und Bewusstseinsbildung.

 

Können mit dem Contracting-Projekt auch andere Maßnahmen (Anlagen Erweiterung, Gebäude-Neubau) umgesetzt werden?

Ja! Dies bringt den Vorteil der professionellen Umsetzung der Maßnahmen durch den Contractor, allerdings ist dann in der Regel eine Anzahlung erforderlich.

 

Wer ist Eigentümer der Energieanlage bzw. des Gebäudes?

Beim Einspar-Contracting bleibt der Contracting-Nehmer Eigentümer der sanierten Objekte, beim Anlagen-Contracting ist der Contractor Eigentümer der errichteten Energieanlage und mietet vom Objekteigentümer die benötigten Räumlichkeiten.

 

Was passiert nach Ende der Vertragslaufzeit?

Mit Ende der Vertragslaufzeit kann der Contracting-Nehmer die Aufgaben des Contractors wieder selbst übernehmen und profitiert allein von den niedrigeren Energiekosten. Der Vertrag aber auch verlängert oder abgeändert fortgeführt werden.

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