Wasserkraft und Architektur

Die Nutzung des Sarmingbaches zur Energieerzeugung hat in Sarmingstein im Mühlviertel (Bezirk Perg) eine lange Tradition. Das neue Kleinwasserkraftwerk Jacobi Sarmingstein, das im September 2005 eröffnet wurde, ersetzt zwei alte Kleinwasserkraftwerke, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden.

Das Besondere an dieser innovativen Anlage ist u.a. die interessante Architektur: Das Gebäude bietet durch große Fenster von mehreren Seiten Einblick auf die verschiedenen Anlagenteile, wie beispielsweise das Turbinengehäuse und die elektrotechnische Ausrüstung, und wird so zu einem interessanten Ziel für Besucher und Wanderer. Die Architektur dieses modernen Schaukraftwerks stammt vom Architektur- und Designstudio JULAND Barcelona Vienna.

Um die Effizienz des Kleinwasserkraftwerkes zu erhöhen, wurde bei der Neuerrichtung eine zusätzliche Fallstufe eingebaut. Dadurch wird das so genannte Triebwasser oder Nutzwasser (im Gegensatz zum Restwasser, das im Bachbett am Kraftwerk vorbeifließt) nach der Abarbeitung in der oberen Stufe sofort der Unterstufe zugeleitet. Bei der alten Anlage musste das Triebwasser noch einmal in den Sarmingbach zurückgeführt werden, ehe es die zweite Stufe passieren konnte. Durch diese zusätzliche direkte Stufe konnte die Effizienz deutlich erhöht werden.

Mit einer Ausbauwassermenge von 850 Litern pro Sekunde und einer Fallhöhe von 100 Metern erreicht das Kraftwerk eine Leistung von 750 kW. Jährlich werden ca. 3.700.000 kWh Energie erzeugt und rund 1000 Haushalte können mit Ökostrom versorgt werden. Ein vergleichbares Gas-Kombi-Kraftwerk würde rund 2000 Tonnen an CO2-Emissionen freisetzen.

Ein weiterer ökologischer Aspekt ist die Berücksichtigung des Fischzuges. Im Falle einer stärkeren Wasserführung, zum Beispiel nach einer längeren Regenperiode im Sommer, wird die Restwassermenge, die nicht als Triebwasser im Kraftwerk genutzt wird, mengenmäßig so abgeleitet, dass der Fischzug dadurch nicht beeinträchtigt wird. Für die Hydraulik oder zum Schmieren sind ausschließlich ökologische Öle im Einsatz, wodurch jede Gefährdung des Wassers ausgeschlossen ist.

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