Gebäudehülle
Allgemeines
An Schulgebäude werden in der Regel verschiedene Anforderungen herangetragen. In erster Linie dienen sie natürlich zum Unterricht der Kinder, im ländlichen Bereich sind jedoch sehr oft Mehrzweckräume in Schulen untergebracht bzw. dient ein Turnsaal als Veranstaltungssaal der Gemeinde.
Eine Kenngröße, um den Energieverbrauch von Gebäuden miteinander vergleichen zu können, ist die Energiekennzahl, die den Heizwärmebedarf in kWh pro m² und Jahr angibt. Sie können diese leicht unter Zuhilfenahme der nachstehenden Tabelle für Ihr Schulgebäude berechnen. Wird Ihre Schule beispielsweise mit Erdgas beheizt, so multiplizieren Sie den Erdgasverbrauch in m3 mit 10 und erhalten so in etwa den Endenergieverbrauch in kWh. Dividieren Sie diesen Wert anschließend durch die Nutzfläche Ihres Schulgebäudes, so erhalten Sie die Endenergiekennzahl für Ihre Schule. Liegt die so überschlägig ermittelte Endenergiekennzahl über 100 kWh/m²a, so sollten energiesparende Maßnahmen für das Schulgebäude überlegt werden, da in diesen Fällen ein bedeutendes Einsparpotential besteht.
Umrechnungstabelle für überschlägige Berechnung der Endenergiekennzahl für Ihre Schule
Gerade in öffentlichen Gebäuden wie Schulen sind die Heizkosten ein wesentlicher Belastungsfaktor. Die Heizkosten der untersuchten Schulen bewegen sich zwischen 2 Euro und 55 Euro pro m² . Pro Schüler/in und Jahr betragen die Heizkosten durchschnittlich 97 Euro, wobei sie zwischen 22 Euro und 330 Euro variieren (vgl. Abb.).
Heizenergieträgerkosten in Euro/m² und Jahr (exkl. Anlage- und Wartungskosten)
Heizenergieträgerkosten in Euro pro Schüler und Jahr (exkl. Anlage- und Wartungskosten)
Diese Werte machen die Einsparungsmöglichkeit deutlich. Grundätzlich gilt, je schlechter das Gebäude gedämmt ist, um so mehr Wärme geht verloren und um so höher fällt die Heizkostenrechnung aus. Generell sollte man daher zunächst die Gebäudehülle ausreichend dämmen und in der Folge die Heizung dem dann geringeren Verbrauch anpassen.
Im folgenden finden Sie einen Überblick über Maßnahmen, die den Energieverbrauch von Schulgebäuden zum Teil wesentlich senken können. In vielen Fällen kann eine umfassende Gesamtsanierung des Gebäudes, die eine Dämmung der Außenwände, der obersten Geschoßdecke und der Kellerdecke sowie einen Austausch der Fenster und meist auch eine Erneuerung der Heizungsanlage umfassen würde, nicht unmittelbar in Angriff genommen werden. Daher ist es wichtig, die jeweiligen Schwachstellen des Gebäudes zu ermitteln und bevorzugt zu sanieren.
Gebäudehülle
Eine relativ einfach durchzuführende Energiesparmaßnahme in diesem Bereich ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke mit einer 20-30 cm starken Wärmedämmschicht, da in diesem Bereich durchschnittlich 15 % der Wärme verloren gehen.
Die Anbringung eines Vollwärmeschutzes im Fall einer Sanierung/Erneuerung der Fassade kann leicht durchgeführt werden und trägt wesentlich zur Reduktion des Energieverbrauchs bei.
Die Fenster bilden einen weiteren Ansatzpunkt für energiesparende Maßnahmen, da sie oft in schlechtem Zustand sind. Nicht nur aus Energiespargründen, sondern auch zur Erhöhung der Behaglichkeit sollten die Fenster generell regelmäßig auf Dichtheit überprüft werden und zumindest durch einen Austausch der Fensterdichtungen vorübergehend "saniert" werden. Langfristig ist ein Fenstertausch häufig die beste Lösung. Ein Vergleich moderner Fenster mit Wärmeschutzverglasung (U-Wert von 1,1 W/m²K) mit alten Fenstern mit herkömmlicher Isolierverglasung (U-Wert von 2,5 W/m²K) macht schon das Einsparpotential deutlich.
Das Energie Contracting Impuls Programm des Landes Oberösterreich bietet auch bei knappem Budget eine Möglichkeit, Gesamtsanierungen kurzfristig durchzuführen. Die Sanierung wird dabei ohne Investitionskosten für die Gemeinde von einem Contracting-Unternehmen durchgeführt, welches die Investition über die Energiekostenersparnis finanziert. Nähere Informationen dazu sind beim O.Ö. Energiesparverband erhältlich.
