Marktgemeinde Schenkenfelden

Die Marktgemeinde Schenkenfelden im Mühlviertel setzt auf saubere Energie aus Holz, Wind und Sonne. Neben den beiden Großprojekten, dem Windpark Schenkenfelden und dem Biomasse-Nahwärmenetz, stellen die Schenkenfeldener Bürger/innen auch mit kleineren Projekten ihr Umweltbewusstsein unter Beweis.

Hintergrund

Die 1.500 Einwohner/innen (530 Haushalte) zählende Marktgemeinde Schenkenfelden liegt im Mühlviertel, im Bezirk Urfahr - Umgebung. Die Gegend um Schenkenfelden wird durch ihren Waldreichtum geprägt. Durch die geografische Lage ist die Ortschaft auch gut für Windenergieprojekte geeignet.

Engagierte Bürger/innen interessierten sich bereits früh für die Themen Klimaschutz und erneuerbare Energien. Sie beschlossen, die windige Lage des Ortes zu nützen und initiierten die Errichtung des ersten Windparks im Mühlviertel. Durch den im Jahr 1998 in Betrieb genommenen Windpark waren die Gemeindebürger/innen bereits für Klimaschutzprojekte sensibilisiert, so ließ das nächste Vorzeigeprojekt nicht lange auf sich warten. Noch im gleichen Jahr gründeten 34 Land- und Forstwirt/innen aus Schenkenfelden eine Genossenschaft, um ein Biomasse-Nahwärmenetz zu errichten und zu betreiben.

Technische Aspekte

Der Windpark Schenkenfelden besteht aus 2 Windrädern von Typ NEG MICON 1800 mit einer Nennleistung von je 600 kW, einer Nabenhöhe von 48 m und einem Rotordurchmesser von 60 m. Die Windräder produzieren bei Windstärken zwischen 3 und 20 m/s (10,8 und 72 km/h) Strom. Ihre Nennleistung erreichen die Windräder bei 13 m/s (46,8 km/h). Die beiden Windkraftanlagen erzeugen jährlich ~ 1.800.000 kWh umweltfreundlichen Strom, das entspricht dem Jahresbedarf von ungefähr 470 Haushalten. Dadurch werden pro Jahr 600.000 l Heizöl bzw. 1.500 t CO2 eingespart.

Das Biomasse-Heizwerk ist seit 1999 in Betrieb und besteht aus 2 Kesseln mit einer Leistung von 1.100 bzw. 850 kW. Durch das Nahwärmenetz mit einer Leitungslänge von 3.200 m werden derzeit (2004) ca. 60 der 200 Gebäude im Ortskern von Schenkenfelden mit Raumwärme und Warmwasser versorgt. Kapazität für weitere 50-70 Haushalte wäre vorhanden. Besonders hervorzuheben ist die moderne Technologie, die bei der Errichtung des Heizwerkes angewendet wurde. Erstmals wurde im Mühlviertel ein sogenannter "Wanderboden" verwendet, der das Hackgut mittels Hydraulikbetrieb in Richtung Austragungs- und Verbrennungsstelle befördert. Es wird das Prinzip "first in - first out" befolgt, d.h. es wird immer zuerst das ältere Brennmaterial verwendet. Bei der Lieferung noch feuchtes Material hat damit bis zur Verbrennung noch genügend Zeit zum Nachtrocknen. Der Jahresbrennstoffbedarf beträgt ca. 3.500 srm, die zu 50% von Land- und Forstwirten der Gemeinde geliefert werden. Durch das Biomasse-Nahwärmenetz können jährlich rund 350.000 l Heizöl (~ 900 t CO2) eingespart werden

Auch kleinere Projekte werden von den Schenken­feldner/innen gerne in Angriff genommen. So wurden in der Gemeinde etliche Niedrig­energiehäuser und private Solaranlagen errichtet. Bereits 180 der 530 Haushalte werden mit Biomasse beheizt. Sie nützten entweder das Biomasse-Nahwärmenetz oder eine private Pellets-, Scheitholz- oder Hackschnitzelheizung. Eine 3,18 kWp - Photovoltaikanlage produziert bereits seit 1993 Strom aus Sonnenenergie und das öffentliche Freibad wird mit Warmwasser aus einer Solaranlage versorgt.

Immer wieder kommen interessierte Besucher/innen nach Schenkenfelden, die sich über die wegweisenden Projekte informieren wollen. So wurden seit Inbetriebnahme des Biomasse-Heizwerks über 150 Delegationen, zum Teil aus dem Ausland, vor allem aus dem benachbarten Tschechien, im Heizhaus begrüßt. Ein eigner Schulungsraum wurde eingerichtet und zur Präsentation der Anlage wurde in Zusammenarbeit mit Schulkindern ein Kurzvideo erstellt.

Kontakt

Nahwärme Schenkenfelden
Josef Elmecker
4192 Schenkenfelden 23
Tel: 07214-4417

Zukunfts-Energie GmbH (Windpark)
Josef Schoissengeier
4192 Schenkenfelden 74
Tel: 07214-7005
e-Mail: mgde.schenkenfeldenutanetat

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