Heizen mit Holzpellets

Holzpellets sind ein umweltfreundlicher Brennstoff. Allein in Oberösterreich sind bereits über 10.000 Holzpellets-Heizanlagen in Betrieb. Die Anlagen sind sowohl für im Neubau als auch bei einer Heizungsmodernisierung geeignet. Die Pelletsanlieferung erfolgt komfortabel, eine Platz sparende Lagerung des Brennstoffs ist möglich.

Was sind Holzpellets?

Holzpellets sind zylindrische Presslinge aus trockenem, naturbelassenem Restholz (z.B. Säge- und Hobelspäne) mit einem Durchmesser von 6 bis 8 mm und einer Länge von 10 bis 30 mm. Sie werden ohne Beigabe von chemischem Bindemittel unter hohem Druck gepresst und haben einen sehr niedrigen Wassergehalt. Der Heizwert von 2 kg Pellets entspricht ca. jenem von 1 Liter Öl. 1 m3 Pellets hat ein Gewicht von 650 kg. Die Herstellung von Holzpellets ist in der ÖNORM M 7135 geregelt.

Pelletsanlieferung und Lagerung

Holzpellets sind beim Hersteller oder dem Brennstoffhandel erhältlich. Die Zustellung erfolgt vorwiegend mit Tankwagen ähnlich der Heizöllieferung. Die Pellets werden direkt in den Lagerraum eingeblasen und die Abluft abgesaugt. Die Tankwagen verfügen in der Regel über einen Pumpschlauch mit max. 30 m Länge. Der Pelletslagerraum (bzw. die Befüllkupplungen) sollte daher maximal 30 m von der Hauszufahrt entfernt sein.

Die Größe des benötigten Lagerraumes hängt vom Gebäude ab, sollte jedoch so groß gewählt werden, dass eine Jahresbrennstoffmenge (= ca. 3.000 bis 5.000 kg für ein Einfamilienhaus) eingelagert werden kann.

Als Faustregel gilt: pro 1 kW Heizlast = 0,9 m3 Lagerraum (inkl. Leerraum).

Beispiel:

  • Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 12 kW
    4.800 kg Pellets/Jahresbedarf
  • 12 kW Heizlast x 0,9 m3
    10,8 m3 Lagerraumvolumen (inkl. Leerraum)
  • 10,8 m3 : 2,5 m (Raumhöhe)
    4,3 m2 Lagerraumfläche
  • Vorgeschlagene Größe = 2 x 2,5 m
    5 m2 Lagerraumfläche,
  • 8,5 m3 nutzbares Volumen
    = 5.500 kg Pellets

Damit der Pelletslagerraum auch vollständig entleert wird, wird empfohlen, im Lagerraum einen Zwischen-Schrägboden einzubauen.

Die Wände und die Geschoßdecke des Pelletslagerraumes und des Heizraumes müssen der Brandwiderstandsklasse F 90 entsprechen. Wie auch bei anderen Heizsystemen ist die Heizraumtür und die Tür des Lagerraumes als Brandschutztür (mind. T 30) auszuführen.

Für Biomasse-Heizanlage gelten lt. Oö. HaBV 2005 (Oö. Heizungsanlagen- und Brennstoffverordnung) vereinfachte Bestimmungen hinstlichtlich Aufstellung und Lagerung, wie z.B.:

  • Die Aufstellung von Feuerungsanlagen bis 15 kW ist unter bestimmten Vorraussetzungen auch außerhalb von Heizräumen in Aufstellungsräumen (F 30 für Wände und Decke reicht) zulässig.
  • Bei Feuerungsanlagen bis 50 kW dürfen bis 15 m3 Pellets auch in Aufstell- oder Heizräumen (außerhalb von Lagerräumen) bzw. im Freien gelagert werden.

Die Pelletsheizung - Anlagensysteme und Komponenten:

  • Anlage mit Schnecke:
    Diese sehr häufige Variante ermöglicht eine gute Raumaustragung und stellt eine einfache und kostengünstige Lösung dar. Voraussetzung ist, dass sich Lagerraum und Heizraum unmittelbar nebeneinander befinden.
  • Anlage mit Vakuumsaugsystem:
    Ermöglicht flexible Lösungen (Heizraum befindet sich nicht unmittelbar neben dem Lagerraum) bei maximaler Schlauchlänge von 20 m und maximaler Steighöhe von 6 m.
  • Pelletslagerung im Tank:
    Die Pelletslagerung ist auch in einem Gewebe- oder Stahlblechtank möglich, der in einem Kellerraum oder im Freien aufgestellt werden kann. Als Faustregel können 0,6 m3 Tankinhalt pro kW Heizlast gerechnet werden. Die Tanks sind in Größen bis 11 m3 erhältlich.

    Ist kein entsprechender Kellerraum vorhanden, gibt es auch die Möglichkeit, einen Erdtank, der unterirdisch außerhalb des Gebäudes eingegraben wird, einzusetzen.

    Eine relativ neue Möglichkeit der Pelletslagerung (für Heizanlagen bis max. 50 kW und max. 15 m3 Pellets) ist die Aufstellung eines eigenen Lagerbehälters im Freien (z.B. Heizzentrale, Container). Dort kann auch die gesamte Heizanlage untergebracht werden.
  • Anlage mit integriertem Solarschichtspeicher:
    Bei Anlagen, die mit einem Solarspeicher kombiniert sind, erwärmt der Brenner direkt den oberen Teil des Speichers. Der Gesamtwirkungsgrad der Biomasse- und Solaranlage wird erhöht.
  • Kompaktanlage mit Vorratsbehälter:
    Neben dem Heizkessel befindet sich ein Vorratsbehälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 1 m³ (ca. 650 kg). Der Vorratsbehälter muss manuell ein- bis zweimal monatlich befüllt werden.
  • Einzelöfen:
    Vor allem in Passiv- und Niedrigstenergiehäusern werden Pelletsöfen im kleinen Leistungsbereich eingesetzt. Der Brenner wird aus einem Vorratsbehälter automatisch beschickt. Die Öfen sind auch mit Wassertasche erhältlich und funktionieren wie eine klassische Zentralheizung.
  • Asche:
    Anlagen mit automatischer Reinigung und Aschenkomprimierung sind erhältlich. Eine Aschenentleerung ist in der Regel nur alle 6 Wochen erforderlich, die reine Holzasche kann kompostiert werden.

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