Wärmeabgabesysteme

Moderne Wärmeabgabesysteme sind als Niedertemperatursysteme mit großen Wärmeabgabeflächen und niedrigen Heizwassertemperaturen ausgeführt. Größere Wärmeabgabeflächen mit niedrigeren Temperaturen ermöglichen bei gleicher thermischer Empfindung des Nutzers eine niedrigere Raumlufttemperatur und damit niedrigere Energiekosten. Durch die geringeren Oberflächentemperaturen der Heizkörper und Wärmeabgabeflächen wird die Behaglichkeit erhöht und Energie gespart.

Früher wiesen Heizkörper und Radiatoren häufig Temperaturen über 70° C auf, um den Raum erwärmen zu können. Bei den heute üblichen Niedertemperatursystemen reichen hingegen Auslegungstemperaturen von 25 bis 55° C aus.

Im Fall einer Sanierung ist zu beachten, dass Niedertemperatursysteme wesentlich größere Abgabeflächen ("Heizkörper") benötigen, um den Raum behaglich zu erwärmen.

Im Neubau werden aufgrund der guten thermischen Qualität der Bauhülle Abgabesysteme auf niedrige Temperatur dimensioniert. Hier reichen kleinere Heizflächen aus.

Niedrigere Heizwassertemperaturen erleichtern auch die Einbindung einer Solaranlage zur Raumheizung.

Flächenheizungen

Flächenheizungen, vor allem Wand- und Fußbodenheizungen, bieten bei bestimmten Wärmeerzeugern auf Grund niedriger Auslegungstemperaturen erhöhte Wirkungsgrade (geringste Rohrleitungs- und Verteilungsverluste).

Rasche Temperaturänderungen sind allerdings durch die Trägheit von Flächenheizungen nicht möglich. Für den sinnvollen Einsatz von Flächenheizungen ist jedenfalls ein gut gedämmter Bauteil Voraussetzung (U-Wert von Boden und Wand maximal 0,25 W/m²K).

Wandheizung

Durch die gleichmäßige Wärmeverteilung liefert die Wandheizung größte Behaglichkeit. Bei der Wandheizung werden Rohrschlangen in der Außenwand (Innenseite) verlegt. Der warme Vorlauf sollte in Bodennähe, der kühlere Rücklauf weiter oben verlegt sein, damit knapp über dem Boden mehr und in Kopfhöhe weniger Wärme abgegeben wird. Die Wandheizung wird in erster Linie unter und neben Fenstern an der Innenseite der Außenwand verlegt. Damit wird bereits ab 18° C Raumtemperatur ein sehr behagliches Raumklima erreicht.

Als Faustregel kann für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 40 % der beheizten Wohnnutzfläche als erforderliche Wandheizfläche gerechnet werden, eine genaue Berechnung ist jedoch erforderlich. Die Einrichtung sollte daher bereits vorab genau geplant werden.

Fußbodenheizung

Bedingt durch den höheren Fußbodenaufbau bei Fußbodenheizung ist eine frühe Planung erforderlich. Die meisten Bodenbeläge mit geringem Wärmedurchlasswiderstand sind verwendbar, d.h. Holzböden sind beschränkt einsetzbar, von Teppichböden ist abzuraten. Besonderer Wert sollte auch auf die Dämmung zum unbeheizten Keller gelegt werden (mindestens 14 cm Dämmmplatten).

Zu beachten ist dabei die Längenausdehnung der Rohrmaterialien bei Temperaturerhöhung.Für ausschließlich fußbodenbeheizte Gebäude ist eine außentemperaturgeführte Vorlauftemperaturregelung geeignet. Jede Raumtemperatur kann gesondert eingestellt werden.

Aus physiologischen Gründen darf in Wohn-, Aufenthalts- und Büroräumen eine Fußbodenoberflächentemperatur von ca. 27° C nicht überschritten werden. Das entspricht Leistungsabgaben von maximal 80 Watt/m2 und erfordert eine ausreichende Wärmedämmung des Hauses.

Niedertemperatur-Radiatoren

Niedertemperatur-Radiatoren ermöglichen rasche Temperaturänderungen und damit einen sparsamen Heizbetrieb. Unterschiedlichen Temperaturwünschen der Bewohner (z.B. hohe Raumtemperatur im Bad) kann rasch entsprochen werden.

Damit die erforderliche Heizleistung mit Hilfe von Radiatoren auch bei niedrigen Heizwassertemperaturen (max. 55° C) erreicht werden kann, sollte die Außentemperaturregelung über eine Heizkurve genau eingestellt werden.

Pumpen

Die Heizungsumwälzpumpe sorgt für den Transport des vom Wärmeerzeuger erwärmten Wassers zu den Heizkörpern.

Weniger gepumpt ist besser

Besprechen Sie mit Ihrem Installateur den Einsatz der Pumpen:

  •  nur so viele Pumpen, wie wirklich erforderlich sind, einsetzen;
  • Pumpen in der notwendigen Leistungsstufe anschaffen (nicht überdimensionieren), Pumpenleistung ist am Typenschild angegeben;
  • Pumpen auf geringst möglicher Stufe betreiben, Beispiel: eine 49-Watt-Pumpe benötigt auf Stufe 1 nur 21, auf Stufe 3 jedoch 49 Watt!
  • Pumpen in nicht benötigten Zeiten (Sommer) bzw. in Zeiten mit geringer Anforderung (Übergangssaison) auf geringer Leistungsstufe betreiben bzw. abschalten.
  • Pumpe auf Heizungssystem abstimmen "hydraulischer Abgleich"
  • Auf das Energie-Pickerl achten (nur Energieeffizienzklasse A)
  • online Pumpentest: www.pumpentest.at


Hydraulischer Abgleich von Heizungsanlagen

Das Heizungswasser fließt nach dem Prinzip des geringsten Widerstands durch das Heizsystem. Bei nicht einregulierten Anlagen führt dieser Weg durch die der Umwälzpumpe nächstgelegenen Heizkörper. Weiter entfernte Heizkörper werden nicht ausreichend versorgt und die zugehörigen Räume werden nicht warm. Es ist oft üblich, zur Abhilfe stärkere Pumpen einzubauen und/oder die Vorlauftemperatur zu erhöhen. Die Folge sind höherer Energieverbrauch, Strömungsgeräusche
im Heizsystem und teilweise überhitzte Räume wegen der schlechten Regelbarkeit.

Nur durch eine hydraulische Einregulierung, mit der für alle Heizkörper / Heizflächen ähnliche Widerstände erzeugt werden, ist dieses Problem mit optimalem Energieeinsatz zu lösen. Der hydraulische Abgleich ist von einer Fachfirma durchzuführen.

 

Seitenanfang