Verkehr

Beim Stichwort „Energiesparen“ denkt man meist an das Haus und die Wohnung und vergisst dabei, dass auf das Auto im Durchschnitt fast die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts entfällt. Umweltbewusstsein beginnt hier z.B. bereits bei der Wahl des Grundstückes, das keine langen Autofahrten zur Arbeit oder Schule erfordert. Einige der folgenden Vorschläge werden Ihnen wahrscheinlich bekannt sein, vielleicht bekommen Sie Lust, den einen oder anderen auszuprobieren.

Klimafreundlich mobil sein

So kann jede/r von uns klimafreundlich mobil sein:

• Kurze Strecken zu Fuß gehen:
Jede zehnte Autofahrt ist im Schnitt kürzer als einen Kilometer - da kann überlegt werden, zu Fuß zu gehen.

• Fahrrad benutzen:
Gerade in den ersten drei Kilometern ist der Spritverbrauch von PKW sehr hoch. Lt. Herstellerangaben verbraucht mancher Mittelklassewagen direkt nach dem Start 30-40 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer beträgt der Verbrauch 20 Liter/100 km. Erst nach vier Kilometer hat der Motor den optimalen Verbrauch. Zudem sind Sie vor allem im Stadtgebiet mit dem Fahrrad oft schneller am Ziel, Sie stehen nicht im Stau und ersparen sich zeitraubende Parkplatzsuche.

• Öffentliche Verkehrsmittel benutzen:
Wer eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr hat, ist um ein Vielfaches günstiger als mit dem PKW unterwegs. Nutzen Sie in Städten das gute Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln.

• Mit Bus oder Bahn zur Arbeit pendeln:
Wer die Möglichkeit hat, mit Bus oder Bahn zur Arbeit zu pendeln, spart Geld, schont die Umwelt und kann z.B. entspannt die Zeitung lesen.

• Carsharing:
Wer weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr mit dem Auto fährt, steigt meist mit Carsharing günstiger aus als mit dem eigenen Auto.

• Achten Sie beim Autokauf auf den Spritverbrauch:
Im Durchschnitt fährt ein privater Haushalt mit einem Auto rund 15.000 km im Jahr. Ein um einen Liter pro 100 Kilometer geringerer Verbrauch erspart 150 Liter Sprit pro Jahr. Entscheidungshilfen beim Autokauf bietet z.B. auch die Auto-Umweltliste des Verkehrs-Club Schweiz.

Tipps für den Kauf alltagstauglicher Fahrräder

Wenn Sie das Fahrrad als „Verkehrsmittel“ z.B. für die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen - und weniger als Freizeit-Sportgerät - nutzen möchten, sollten Sie beim Kauf auf Alltagstauglichkeit achten. Mountainbikes oder Straßenrennräder sind Sportgeräte, die für den Alltagseinsatz nicht geeignet
sind.


• Anforderungen an ein alltagstaugliches Fahrrad:
passen Sie das Fahrrad an Ihre Wünsche/Bedürfnisse an, wie aufrechte oder sportliche Sitzhaltung, Nabenschaltung mit Rücktrittsbremse, Kettenschaltung mit großem Übersetzungsbereich oder die Möglichkeit, einen Anhänger zu verwenden. Wichtig ist auch ein für Sie passender, bequemer Sattel. Ein stabiler Gepäckträger mit der Möglichkeit einen Korb zu montieren, Radständer, wo das Fahrrad auch mit beladenem Gepäckträger stehen bleibt, fest montierte Kotflügel, stabiler Rahmen, Kettenschutz, eine zuverlässig funktionierende Schaltung und eine gute Lichtanlage (Nabendynamo und LED-Beleuchtung setzen sich dzt. durch) gehören zu einem alltagstauglichen Fahrrad.

• vor dem Kauf eine Probefahrt machen: nur so erkennen Sie, ob z.B. der Rahmen und der Sattel für Sie passen

• Diebstahlschutz ist wichtig: guten Schutz bieten Bügelschlössen und Panzerkabelschlösser

• Abstellplatz: sorgen Sie für einen leicht zugänglicher Abstellplatz beim Haus

• Richtige Bekleidung (z.B. Regenponcho) und Helm aufsetzen

• Jährliches Service für Schaltung und Bremsen

• Elektrofahrräder: Unterstützung beim Treten erreichen Sie durch ein Elektrofahrrad. Auch hier zählt beim Kauf: Achten Sie auf die Qualität.

Elektro-Mobilität – die Zukunft?

Elektro-Fahrzeuge verringern die Abhängigkeit von Erdöl und sind auch eine Chance für den Klimaschutz, wenn entsprechenden Rahmenbedingungen
gegeben sind. In Österreich waren 2008 146 Elektro-Autos zugelassen, knapp 2.600 PKW hatten einen Hybridmotor – von insgesamt 4,28 Millionen PKW. Das Potenzial ist aber sehr groß und es wird für Europa für 2020 ein Anteil von bis
zu 14% am PKW-Bestand prognostiziert.


Der große Vorteil von Elektro-Autos gegenüber Benzin-und Diesel-PKW ist, dass beim Fahren keine Abgase entstehen. Die besonders kleinen und gesundheitsschädlichen Partikel, die nur durch Verbrennung entstehen, werden bei Elektro-Fahrzeugen vollständig vermieden. Die Emissionen der Elektro-Mobilität entstehen bei der Stromerzeugung und sind je nach Energiequelle verschieden hoch.


Ein Elektro-Auto verbraucht für 100 Kilometer 10-25 kWh Strom.


Elektro-Fahrzeuge benötigen eine Batterie, die auch die Reichweite von Elektro-Fahrzeugen bestimmt. Üblich sind Reichweiten von 100-200 Kilometer, wenn man bedenkt, dass in Österreich 98% der Autofahrten kürzer als 100 Kilometer
sind (95% sind sogar kürzer als 50 Kilometer), ist das für den überwiegenden Teil der Autofahrten ausreichend.


Eine Alternative sind auch Hybrid-Fahrzeuge, hier sorgt neben dem Verbrennungsmotor ein Elektroantrieb Treibstoff einzusparen.

Energiespartipps beim Auto-Fahren

• Klimaanlagen als Spritschlucker:
Ein kleiner Motor muss im Extremfall fast ein Viertel seiner Kraft für die Kühlung aufbringen. Solange der Verkehr zügig rollt, liegt der Mehrverbrauch einer Klimaanlage zwischen 0,5 und 1,5 Litern. Ganz anders dagegen im Stadtverkehr: dort gibt es einen Mehrverbrauch von bis zu 5,7 Litern pro 100 Kilometer, zusätzlich zum Betrieb ohne Klimaanlage! Wer aber glaubt, eine
Klimaanlage würde nur an wenigen Tagen im Jahr wirklich so viel verbrauchen, der irrt nach: wenn eine Klimaautomatik auf 20 Grad eingestellt ist und es draußen so kühl ist, dass der Innenraum eigentlich geheizt werden müsste, läuft die Klimaanlage trotzdem automatisch mit, um eventuell feuchte Luft zu trocknen.

• Richtiger Reifendruck:
Im Durchschnitt verliert ein Reifen pro Monat 0,1 bar an Druck. Bereits bei 0,2 bar zu wenig Druck steigt der Treibstoffverbrauch um 1 Prozent. Überprüfen Sie daher den Reifendruck monatlich, mindestens aber alle 2 Monate und generell 0,5 bar höher als angegeben pumpen.

• Niedrig tourig fahren:
Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit braucht der Motor. Niedrig tourig fahren verringert auch den Verkehrslärm: ein PKW mit 50 km/h im 2. Gang wird so laut empfunden wie 20 PKW, die im 4. Gang 50 km/h fahren.

• Keinen unnötigen Ballast mitführen:
100 kg Mehrgepäck erhöhen den Spritverbrauch um einen halben Liter. Dachträger sollten daher nicht unnötig mitgeführt werden. Übrigens: fahren Sie im Sommer nicht mit Winterreifen.

• Hohes Tempo vermeiden:
wer 150 statt 130 km/h fährt, verbraucht um zwei Liter pro 100 Kilometer mehr Sprit, Tempo 100 statt 130 spart zwei Liter pro 100 Kilometer. Im Durchschnitt ist der Verbrauch bei der Höchstgeschwindigkeit bis zu doppelt so hoch wie bei dreiviertel der Höchstgeschwindigkeit.

• Vorausschauend fahren:
Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit. Im Stadtverkehr kann viel Sprit gespart werden, wenn man z.B. darauf achtet, ob Ampeln in 200 oder 300 Meter rot sind oder nicht.

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