Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Schwachstellen des Gebäudes, bei denen an örtlich begrenzten Stellen mehr Wärme verloren geht als durch andere, gut gedämmte Flächen. Ursachen sind häufig Baufehler an Konstruktionsübergängen wie mangelnde Wärmedämmung, fehlerhafte Bauausführung, aber auch konstruktive und geometrische Ursachen wie Erker, auskragende Balkone, Gebäudekanten, Deckenanschlüsse, etc. Einfache, kompakte Bauformen vermindern die Gefahr von Wärmebrücken.

Was bewirken Wärmebrücken?

  • Erhöhter Energieverbrauch:
    Wärmebrücken erhöhen den Heizwärmebedarf, da zum Ausgleich der geringeren Oberflächentemperatur an den Wärmebrücken eine höhere Raumlufttemperatur erforderlich ist.
  • Beeinträchtigung der Behaglichkeit:
    Große Wärmebrücken führen häufig zu Undichtheiten und Zugerscheinungen, die das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Auch verursachen geringere Oberflächentemperaturen geringere Behaglichkeit.
  • Gefahr von Schimmelbildung:
    Unkontrollierter Luftaustausch durch Fugen und Ritzen sowie "kalte" Wände an Stellen mit Wärmebrücken können zur Kondensation der Luftfeuchtigkeit führen, und die Gefahr von Schimmelbildung steigt.
  • Gefährdung der Bausubstanz:
    Bei längerer Durchfeuchtung durch auftretendes Kondensat kann es zu Bauschäden kommen.

  • 1- Auflager der Kellertreppe auf der Bodenplatte
  • 2 - Fußpunkt der Treppenhauswand auf der Bodenplatte
  • 3 - Seitlicher Anschluss der Kellertreppe an Kellerwand
  • 4 - Anschluss der Kellerwand an Kellerdecke und Erdgeschoß-Trennwand
  • 5 - Anschluss der Kellerwand an Kellerdecke und Erdgeschoß-Außenwand
  • 6 - Auskragende Erkerbodenplatte
  • 7 - Auskragendes Eingangspodest
  • 8 - Fensteranschlag und Fensterbänke
  • 9 - Auskragende Balkone, Vordächer
  • 10 - Giebelmauerkronen gegen Außenluft
  • 11 - Zarge des Dachflächenfensters gegen Außenluft
  • 12 - In den kalten Spitzboden hinaufragende Innenwände

 

Bauthermographie

Wärmebrücken können von Expert/innen festgestellt werden, aber auch durch eine thermographische Aufnahme des Gebäudes mit einer Wärmebildkamera sichtbar gemacht werden. Oberflächentemperaturen können mit der Thermografie sehr gut sichtbar gemacht und in Farben dargestellt werden.

Typische Wärmebrücken

Wärmebrücken treten typischerweise an Übergängen von einem Bauteil auf den anderen auf (z.B. Wand/Deckenanschluss). Es sollte daher bei allen Übergängen auf sorgfältige Bauausführung geachtet werden.

 

Fundament, Sockelbereich

  • Wird kein Keller vorgesehen oder ragt der Keller zur Gänze aus dem Erdreich heraus, sollte unter der Fundamentplatte eine wasserabweisende Dämmung (wie z.B. Glasschaumgranulat) verlegt werden.
  • Eine Sockeldämmung verhindert, dass die kalte Außenluft über die Kellerdecke und -wand in das Mauerwerk gelangt.

Außenwandbereich .

  • Heizkörpernischen sollten nachträglich gedämmt werden
  • Gebäudekanten haben eine größere äußere, wärmeabstrahlende als innere, wärmeauf-nehmende Oberfläche. Dadurch kommt es bei schlecht gedämmten Gebäuden im Eckbereich zu wesentlich niedrigeren Oberflächentemperaturen.
  • Bei Innenwärmedämmung kommt es vor allem im Eckbereich Außenwand/Decke zu Wärmebrücken. Kann die Innendämmung nicht durch eine Außendämmung ersetzt werden, sollte auch die Innenwand, mindestens 1 m vom Anschlusspunkt weg, gedämmt werden.

Fenster, Außentüren

  • Überlager (Stürze) sind aus statischen Gründen großteils aus Stahlbeton mit einer schlechteren Wärmedämmung als die Außenwand. Sie gehören daher jedenfalls zusätzlich gedämmt.
  • Rollladenkästen müssen seitlich und dahinter gut gedämmt sein, um die Entstehung einer Wärmebrücke zu vermeiden.
  • Eine Wärmedämmung der Leibung und der sorgfältige Einbau sind zu beachten.
  • Außentüren und Zimmertüren zu unbeheizten Räumen sollten an allen vier Seiten gut abgedichtet werden.

Decke
Da Beton eine schlechtere Wärmedämmwirkung hat, sollten die Deckenanschlüsse gut gedämmt werden. Außenseitig ist ein Dämmrost erforderlich.

Balkon
Bei auskragenden Balkonplatten sind Wärmebrücken nur sehr schwer zu verhindern. Die Balkonplatte müßte zur Gänze mit Wärmedämmung ummantelt werden. Eine gute Lösung stellt in diesem Fall eine vollkommene thermische Trennung des Balkons auf einer neuen Tragkonstruktion dar.

Dach
Bei Flachdächern muss auch die Attika (Mauer an der Stirnseite) außen und innen gut gedämmt werden.

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